Sauce ponzu - En-tete

Hausgemachte Ponzu-Sauce

Eine japanische Sauce aus Zitrussaft und Sojasauce, mild abgerundet mit Mirin und aromatisiert mit Kombu und getrocknetem Bonito.

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4.85/5 (13)

An einem Winterabend dampft mitten auf dem Tisch ein Topf, und jeder fischt sich ein Stück Hähnchen, ein Kohlblatt oder einen Tofuwürfel heraus.

Neben dem Teller wartet ein kleines Schälchen: eine dunkle Sauce, die nach Yuzu und Sojasauce duftet. Der erste Eindruck ist säuerlich und frisch, dann kommen Salz und Umami, mit einem rauchigen Hauch Bonito. Ein hineingetunkter Bissen, und schon erwacht selbst die mildeste Brühe.

Mizutaki, japanisches Hühnerfondue
Ponzu gehört ins Schälchen zum Mizutaki, dem japanischen Hühnerfondue

Was ist Ponzu-Sauce?

Die Ponzu-Sauce, die man in Japan serviert, ist fast immer eine Ponzu Shoyu: Zitrussaft und Sojasauce zu gleichen Teilen, abgemildert mit Mirin und Sake, die man erhitzt, damit der Alkohol verfliegt.

Ein Stück Kombu und Katsuobushi-Flocken ziehen eine Nacht lang darin und werden dann entfernt. Heraus kommt eine saure, salzige Sauce, die man vor allem zum Eintunken oder zum Würzen ganz zum Schluss verwendet.

Der Name kommt vom niederländischen pons, einem Punsch aus Fruchtsäften. In Japan wird die letzte Silbe mit dem Schriftzeichen für Essig geschrieben (su, hier zu ausgesprochen). Ponzu im engeren Sinne ist übrigens eine einfache Mischung aus Zitrussaft und Essig, ohne Soja.

Ein Wort von holländischen Händlern

Das Wort gelangte in der Edo-Zeit ins Japanische, als die Niederländer die einzigen Europäer waren, die mit Japan Handel treiben durften. Ihr pons, ein Getränk aus Fruchtsäften, wurde schließlich zur Bezeichnung für ein saures Würzmittel. Mit der Zeit setzte sich auf den Tischen die Variante mit Sojasauce durch, und genau sie bekommt man heute in der Flasche.

Ponzu-Sauce wird nie mit dem Gericht gekocht. Man träufelt sie zum Schluss darüber oder tunkt die Bissen hinein, um das Fett auszugleichen und den Gaumen zu erfrischen, ein gängiges Prinzip in der japanischen Küche. Jede Region hat ihre eigene Zitrusfrucht: Sudachi in Tokushima, Kabosu in Oita, Daidai in Fukuoka.

Toriten aus Oita
In Oita wird Toriten in Ponzu mit Kabosu getunkt

Die wichtigsten Zutaten für Ponzu-Sauce

Ponzu-Sauce - Zutaten

Frische Yuzu ist die ideale Zitrusfrucht, in Europa aber selten und teuer. 100 % Yuzusaft aus der Flasche ersetzt sie in gleicher Menge. Ohne Yuzu funktioniert eine Mischung aus halb Zitrone, halb Limette sehr gut, und etwas Grapefruit bringt die feine Bitternote der Yuzu mit. Pressen Sie die Zitrusfrüchte erst im letzten Moment aus, denn Limettensaft wird schnell bitter.

Japanische Sojasauce sorgt für Salz und Farbe: die dunkle Koikuchi für eine dunklere Sauce, die helle Usukuchi für einen helleren Farbton. Mirin rundet die Säure ab. Sake gibt Fülle und schmeckt nach dem Erhitzen nicht mehr nach Alkohol.

Kombu und Katsuobushi, die beiden Grundzutaten für Dashi, verleihen der Sauce ihren langen Nachhall und ihre rauchige Note. Anschließend kann man sie nach Geschmack mit etwas Dashi, Mirin oder Reisessig abschmecken.

Wozu man Ponzu-Sauce serviert

In Japan begleitet die Ponzu-Sauce vor allem die winterlichen Fondues, von Shabu-Shabu bis Chanko Nabe: Man tunkt Fleisch und Gemüse hinein, sobald sie aus der Brühe kommen. Sie passt auch zu Tataki und Sashimi, zu in der Pfanne gebratenen Gyoza und zum kalten Tofu beim Hiyayakko. Auf einem Salat oder gegrilltem Fisch genügt ein Löffel.

Mizore Nabe
Ein weiteres winterliches Fondue, das man mit einem Schälchen Ponzu serviert: das Mizore Nabe

Praxistipps für eine gute Ponzu-Sauce

Frisch zubereitet schmeckt die Sauce sehr spritzig. Die Nacht im Kühlschrank rundet die Säure ab und lässt Kombu und Bonito durchziehen.

Bereiten Sie sie in einem heiß ausgespülten Glas- oder Keramikgefäß zu: Die Sauce ist sauer und nimmt bei Kontakt mit Metall einen metallischen Geschmack an. Abgeseiht hält sie sich etwa einen Monat im Kühlschrank und lässt sich in der Eiswürfelform einfrieren.

Sauce ponzu - En-tete

Hausgemachte Ponzu-Sauce

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4.85/5 (13)
Vorbereitungszeit: 10 Minuten
Zubereitungszeit: 5 Minuten
Ruhezeit: 12 Stunden
Gesamtzeit: 12 Stunden 15 Minuten
Gericht: Soße
Küche: japanisch
Portionen: 200 ml
Autor: Marc Winer

Zutaten

Zitrussaft

  • 100 ml Zitrussaft frisch, Yuzu oder 50 % Limette und 50 % Zitrone

Mirin und Sake

Ziehen lassen und abseihen

  • 100 ml japanische Sojasauce, dunkel (Koikuchi) oder hell (Usukuchi)
  • 10 g Katsuobushi (getrocknete Bonitoflocken)
  • 1 Stück Kombu etwa 1,5 cm

Anleitungen

Zitrussaft

  • Die Zitrusfrüchte halbieren.
    100 ml Zitrussaft
    Sauce ponzu - Couper les agrumes en deux.
  • Die Zitrusfrüchte auspressen, um den Saft zu gewinnen.
    Sauce ponzu - Presser les agrumes pour en extraire le jus.

Mirin und Sake

  • Mirin und Sake in einen kleinen Topf gießen.
    20 ml Mirin, 10 ml Sake
    Sauce ponzu - Verser le mirin et le saké dans une petite casserole.
  • Bei schwacher Hitze erwärmen, damit der Alkohol verdampft (das nennt man Nikiri).
    Sauce ponzu - Chauffer à feu doux pour faire évaporer l'alcool (c'est le nikiri).
  • Abkühlen lassen.

Ziehen lassen und abseihen

  • Zitrussaft, abgekühlten Mirin und Sake, Sojasauce, Katsuobushi und Kombu in ein sauberes Schraubglas oder eine saubere Glasflasche geben.
    100 ml japanische Sojasauce,, 10 g Katsuobushi, 1 Stück Kombu
    Sauce ponzu - Mettre le jus d'agrumes, le mirin et le saké refroidis, la sauce soja, le katsuobushi et le kombu dans un bocal ou une bouteille en verre propre.
  • Gut vermischen.
    Sauce ponzu - Bien mélanger.
  • Das Gefäß verschließen.
  • Über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen.
  • Die Sauce durch ein feines Sieb oder ein Teesieb abseihen.
    Sauce ponzu - Filtrer la sauce à travers une passoire fine ou un passe-thé.
  • Katsuobushi und Kombu entfernen.
    Sauce ponzu - Retirer le katsuobushi et le kombu.

Notizen

Die Grundlage dieser Sauce ist einfach: 1 Teil Sojasauce auf 1 Teil Zitrussaft. Danach stimmt man sie mit etwas Dashi, Mirin oder Reisessig nach eigenem Geschmack ab. Frisch zubereitet hat die Sauce einen sehr intensiven Zitrusgeschmack; etwas Ruhezeit macht sie runder.
Frische Yuzu ist in Europa selten und teuer. Der beste Ersatz ist 100-prozentiger Yuzusaft aus der Flasche, erhältlich in Asialäden oder online, den man in gleicher Menge verwendet (100 ml). Ohne Yuzu funktionieren für 100 ml Saft zwei Mischungen gut: 50 ml Zitronensaft und 50 ml Limettensaft; oder 50 ml Zitronensaft, 30 ml Limettensaft und 20 ml Grapefruitsaft, der für die leichte Bitternote der Yuzu sorgt. Frisch gepresster Limettensaft wird schnell bitter: Pressen Sie die Zitrusfrüchte erst aus, wenn Sie die Sauce zubereiten.
Nikiri bedeutet, Mirin und Sake zu erhitzen, damit der Alkohol verfliegt: Ohne diesen Schritt behält die Sauce einen scharfen Alkoholgeschmack.
Verwenden Sie ein Gefäß aus Glas oder Keramik, das Sie vor dem Gebrauch mit kochendem Wasser ausgespült haben: Die Sauce ist sauer und nimmt in einem Metallbehälter einen metallischen Geschmack an.
Abgeseiht hält sich die Sauce in einer sauberen Glasflasche im Kühlschrank. Bei dieser Variante mit frischem Saft und ohne Essig können Sie mit etwa einem Monat rechnen. Außerdem lässt sie sich in einer Eiswürfelform einfrieren.
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