Pulled pork (porc effiloché) - En-tete

Pulled Pork aus dem Ofen

Mit Gewürzen eingeriebene Schweineschulter, scharf angebraten und dann im Schmortopf im Ofen geschmort, mit der Gabel zerzupft und wieder in ihren Saft gegeben.

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4.93/5 (13)

An einem verregneten Sonntag steht der Schmortopf seit dem frühen Nachmittag im Ofen, und das ganze Haus duftet nach braunem Zucker, Paprika und weich geschmorten Zwiebeln. Wenn man endlich den Deckel abnimmt, gibt das Fleisch beim ersten Druck mit der Gabel nach und zerfällt in lange, vor Saft glänzende Fasern.

Mit einem Löffel Barbecuesauce kommt es hoch aufgetürmt in ein weiches Brötchen, und ein paar Minuten lang sagt niemand mehr ein Wort. Das Schönste daran ist, dass alles aus einem ganz gewöhnlichen Backofen kommt.

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Mit Mac and Cheese als Beilage wird daraus die Südstaaten-Kombination schlechthin

Was ist Pulled Pork?

Pulled Pork ist Schweineschulter, die sehr lange bei sanfter Hitze gegart, dann mit der Gabel zerzupft und mit ihrem Saft oder einer Barbecuesauce vermischt wird. In den Südstaaten der USA gart es stundenlang im Rauch über der Glut. Dieses Rezept ist die Variante für zu Hause: Das Fleisch wird mit Gewürzen eingerieben, scharf angebraten und dann zugedeckt in einem gusseisernen Schmortopf im Ofen geschmort. Der Geschmack kommt von der Kruste, die beim Anbraten entsteht, von den Gewürzen und vom Schmorsaft, ganz ohne Räucherofen oder Holzfeuer.

Auf Englisch heißt to pull so viel wie ziehen: Das Fleisch wird, solange es noch warm ist, von Hand oder mit der Gabel in Fasern gezogen. Im Französischen sagt man „porc effiloché“, ein Name, der dieselbe Textur beschreibt.

Zerzupftes Rindfleisch nach mexikanischer Art
Dieselbe Idee mit Rind: das zerzupfte Rindfleisch nach mexikanischer Art

Entstanden in den Barbecue-Gruben der Carolinas

Pulled Pork stammt aus der Barbecue-Tradition der US-Südstaaten, vor allem aus den beiden Carolinas. Dort wurden für große Gemeinschaftsessen ganze Schweine eine ganze Nacht lang in ausgehobenen Erdgruben über der Glut gegart. Anschließend zerzupfte man das Fleisch und servierte es mit einer pikanten Sauce, die das Fett ausgleichen sollte. Das Wort Barbecue selbst geht auf barbacoa zurück, den hölzernen Grillrost der indigenen Völker der Karibik.

Jede Region ist ihrer eigenen Sauce treu geblieben. Im Osten von North Carolina setzt man auf Essig und Pfeffer, beim Lexington-Stil kommt etwas Ketchup dazu, und in South Carolina bevorzugt man eine Senfsauce. Heute ist Pulled Pork ein Klassiker der amerikanischen Küche und wird im ganzen Land als Sandwich serviert.

Ein Stück amerikanisches Cornbread
In den Südstaaten ist Cornbread nie weit weg

Die Variante aus dem Ofen überträgt diese Tradition in die heimische Küche. Sie behält das langsame Garen und die fettreiche Schulter bei und ersetzt den Rauch durch scharfes Anbraten bis zur dunklen Kruste und Schmoren mit geschlossenem Deckel. Ein gusseiserner Schmortopf und ein paar Stunden Geduld genügen.

Die wichtigsten Zutaten für Pulled Pork

Pulled Pork (zerzupftes Schweinefleisch) - Zutaten

Der Schweinenacken, also der obere Teil der Schulter, den die Amerikaner Boston Butt nennen, liefert das beste Ergebnis. Er ist fetter als die übrige Schulter und reich an Kollagen, das beim langsamen Garen schmilzt und das Fleisch saftig macht. Eine ausgelöste Schulter eignet sich ebenfalls. Magere Stücke wie Schweinerücken oder ein magerer Braten werden beim Schmoren trocken und zäh.

Die Trockenmarinade ist eine Mischung aus braunem Zucker, Paprika, Zwiebel- und Knoblauchpulver, Senfpulver, grobem Salz und schwarzem Pfeffer. Mit Chilipulver ist hier die amerikanische Gewürzmischung gemeint, nicht gemahlene Chilischoten pur. Rundum fest angedrückt, bildet die Trockenmarinade beim Anbraten eine dunkle Kruste, und der braune Zucker karamellisiert.

Geschmort wird mit einer fein geschnittenen Zwiebel, Knoblauch, Geflügelbrühe, Barbecuesauce und einem Löffel Apfelessig. Der Essig gleicht das Fett aus, die Sauce sorgt für die süß-säuerliche Note. Gut passt eine Barbecuesauce auf Basis von Ketchup und Worcestershiresauce, gekauft oder selbst gemacht.

Technische Tipps für ein gutes Pulled Pork aus dem Ofen

Braten Sie die Schulter rundherum an, bis sie eine richtig dunkle Kruste hat: Genau diese Kruste gibt dem Schmorsaft seinen Geschmack. Die Flüssigkeit sollte unter einem gut schließenden Deckel bis zur halben Höhe des Fleisches reichen. Das Thermometer ist der beste Anhaltspunkt: Bei 93 bis 95 °C Kerntemperatur lässt sich das Fleisch mühelos zerzupfen. Liegt die Temperatur darunter, lässt es sich noch in Scheiben schneiden, und die Garzeit muss um 20 bis 30 Minuten verlängert werden.

Lassen Sie das Fleisch vor dem Zerzupfen 20 Minuten zugedeckt ruhen und geben Sie es dann zurück in den Schmorsaft, bei Bedarf entfettet. Die Variante im Schongarer gelingt ebenfalls, die Garzeiten dafür stehen in den Hinweisen zum Rezept.

Chili con Carne
Ein weiteres amerikanisches Gericht, das lange köchelt: Chili con Carne

Servieren Sie das Pulled Pork in weichen Brötchen mit Krautsalat oder in Tortillas, ähnlich wie Rindfleisch-Tacos. Es lässt sich problemlos am Vortag zubereiten und im eigenen Saft aufwärmen. Reste halten sich 4 Tage im Kühlschrank oder 3 Monate im Gefrierfach.

Pulled pork (porc effiloché) - En-tete

Pulled Pork (gezupftes Schweinefleisch)

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4.93/5 (13)
Vorbereitungszeit: 20 Minuten
Zubereitungszeit: 3 Stunden 30 Minuten
Gesamtzeit: 3 Stunden 50 Minuten
Gericht: Hauptgericht
Küche: amerikanisch
Portionen: 10 Portionen
Autor: Marc Winer

Zutaten

Gewürzmischung und Anbraten

  • 2.3 bis 2.7 kg Schweineschulter ohne Knochen, oder Schweinenacken
  • 3 EL brauner Zucker
  • 4 TL Paprikapulver
  • 2 TL Zwiebelpulver
  • 2 TL Knoblauchpulver
  • 2 TL Chilipulver
  • 2 TL Senfpulver
  • 2 TL grobes Salz
  • 0.5 TL schwarzer Pfeffer
  • 2 EL Olivenöl, oder Avocadoöl

Schmoren im Ofen

  • 1 Zwiebel mittelgroß, geschält und in feine Streifen geschnitten
  • 6 bis 7 Zehen Knoblauch, gehackt
  • 240 ml Geflügelbrühe, plus 120 ml, falls der Topf sehr breit ist
  • 120 ml Barbecuesauce
  • 1 EL Apfelessig

Sauce und Servieren

  • Barbecuesauce zusätzlich

Anleitungen

Gewürzmischung und Anbraten

  • Den Backofen auf 150 °C vorheizen.
  • Die Schweineschulter parieren, dabei große Stücke von dickem, hartem Fett entfernen und oben eine etwa 0,5 cm dicke Schicht stehen lassen: Diese schmilzt beim Garen und hält das Fleisch saftig.
    2.3 bis 2.7 kg Schweineschulter
    Pulled pork (porc effiloché) - Parer l'épaule de porc en retirant les gros morceaux de gras épais et dur, et laisser une couche d'environ 0.5 cm sur le dessus : elle fond à la cuisson et garde la viande moelleuse.
  • Das Fleisch mit Küchenpapier trocken tupfen.
  • In einer kleinen Schüssel den braunen Zucker, das Paprikapulver, das Zwiebel-, Knoblauch-, Chili- und Senfpulver, das grobe Salz und den Pfeffer vermischen.
    3 EL brauner Zucker, 4 TL Paprikapulver, 2 TL Zwiebelpulver, 2 TL Knoblauchpulver, 2 TL Chilipulver, 2 TL Senfpulver, 2 TL grobes Salz, 0.5 TL schwarzer Pfeffer
    Pulled pork (porc effiloché) - Mélanger dans un petit bol la cassonade, le paprika, l'oignon, l'ail, le chili et la moutarde en poudre, le gros sel et le poivre.
  • Das Schweinefleisch rundherum mit der gesamten Gewürzmischung einreiben und die Gewürze dabei mit den Händen fest an das Fleisch drücken.
    Pulled pork (porc effiloché) - Enrober le porc de la totalité de ce rub sur toutes les faces, en pressant les épices contre la viande avec les mains.
  • Das Öl in einem großen gusseisernen Schmortopf bei mittlerer bis hoher Hitze erhitzen.
    2 EL Olivenöl,
  • Sobald das Öl heiß ist und schimmert, das Schweinefleisch hineinlegen.
    Pulled pork (porc effiloché) - Quand l'huile est chaude et miroitante, y déposer le porc.
  • Das Fleisch 3 bis 4 Minuten pro Seite anbraten, bis sich auf allen Seiten eine kräftig dunkle Kruste gebildet hat.
    Pulled pork (porc effiloché) - Le saisir 3 à 4 minutes par face, jusqu'à ce qu'une croûte bien foncée se forme sur toutes les faces.
  • Das Schweinefleisch auf einen Teller legen.
    Pulled pork (porc effiloché) - Transférer le porc sur une assiette.

Schmoren im Ofen

  • Zwiebel und Knoblauch in denselben, noch heißen Topf geben.
    1 Zwiebel, 6 bis 7 Zehen Knoblauch,
    Pulled pork (porc effiloché) - Mettre l'oignon et l'ail dans la même cocotte, encore chaude.
  • Beides 2 bis 3 Minuten anbraten und dabei mit einem Holzlöffel den braunen Bratensatz vom Topfboden lösen: Er ist es, der für den Geschmack sorgt.
    Pulled pork (porc effiloché) - Les faire revenir 2 à 3 minutes, en grattant avec une cuillère en bois les sucs bruns attachés au fond de la cocotte : ce sont eux qui donnent le goût.
  • Die Geflügelbrühe, die Barbecuesauce und den Apfelessig dazugießen.
    240 ml Geflügelbrühe,, 120 ml Barbecuesauce, 1 EL Apfelessig
    Pulled pork (porc effiloché) - Verser le bouillon de volaille, la sauce barbecue et le vinaigre de cidre.
  • Umrühren und alles zum leichten Sieden bringen.
  • Das Schweinefleisch mit dem Saft, der sich auf dem Teller gesammelt hat, zurück in den Topf geben.
    Pulled pork (porc effiloché) - Remettre le porc dans la cocotte, avec le jus rendu sur l'assiette.
  • Prüfen, ob die Flüssigkeit bis zur halben Höhe des Fleisches reicht; ist der Topf sehr breit und der Flüssigkeitsstand zu niedrig, die zusätzliche Brühe dazugeben.
  • Mit einem gut schließenden Deckel zudecken.
  • In den Ofen schieben und 3 bis 3,5 Stunden schmoren, dabei das Fleisch nach der Hälfte der Garzeit einmal wenden.
  • Den Garzustand prüfen: Das Fleisch ist fertig, wenn die Kerntemperatur 93 bis 95 °C erreicht und es sich mühelos mit der Gabel zerpflücken lässt.
    Pulled pork (porc effiloché) - Vérifier la cuisson : la viande est prête quand la température à cœur atteint 93 à 95 °C et qu'elle s'effiloche sans résistance à la fourchette.
  • Leistet das Fleisch noch Widerstand, ist diese Temperatur noch nicht erreicht: Den Deckel wieder auflegen und weitere 20 bis 30 Minuten garen.

Ruhen und Zerpflücken

  • Den Topf aus dem Ofen nehmen.
  • Das Fleisch zugedeckt bei Raumtemperatur 20 Minuten ruhen lassen: So kann sich der Fleischsaft wieder verteilen, und das Fleisch bleibt saftiger.
  • Das Schweinefleisch mit zwei Gabeln zerpflücken, solange es noch warm ist.
    Pulled pork (porc effiloché) - Effilocher le porc à l'aide de deux fourchettes, tant qu'il est encore chaud.
  • Wirkt der Schmorsaft fettig, etwas Fett von der Oberfläche abschöpfen, bevor das Fleisch wieder hineinkommt.

Sauce und Servieren

  • Das zerpflückte Fleisch zurück in den Schmorsaft geben und untermischen, damit es saftig bleibt.
    Pulled pork (porc effiloché) - Remettre la viande effilochée dans le jus de cuisson et mélanger pour qu'elle reste moelleuse.
  • Abschmecken und mit etwas Barbecuesauce, Salz oder einem Schuss Apfelessig nachwürzen, um Süße und Säure auszugleichen.
  • Mit zusätzlicher Barbecuesauce servieren.
    Barbecuesauce
    Pulled pork (porc effiloché) - Servir avec de la sauce barbecue supplémentaire.

Notizen

Das Fleischstück. Der Schweinenacken (Boston Butt) liefert das beste Ergebnis: Er ist fetter als andere Teilstücke, und dieses Fett schmilzt beim langsamen Garen, sodass das Fleisch saftig und zart wird. Ersatzweise eignet sich die Schulter gut, sie ist etwas weniger fett, aber recht ähnlich. Magere Stücke wie Schweinebraten, Schweinerücken oder Koteletts besser vermeiden, da sie beim Schmoren fest und trocken werden.
Das Thermometer entscheidet. Bei 93 bis 95 °C Kerntemperatur hat sich das Kollagen aufgelöst, und das Fleisch zerfällt in Fasern, statt sich in Scheiben schneiden zu lassen. Das ist ein zuverlässigerer Anhaltspunkt als die Garzeit.
Die Gewürzmischung. Mit Chilipulver ist hier die amerikanische Gewürzmischung gemeint, nicht reines scharfes Chilipulver. Für etwas mehr Tiefe kann eine Prise gemahlener Kreuzkümmel dazugegeben werden. Auch eine fertige Gewürzmischung aus dem Handel funktioniert.
Die Barbecuesauce. Eine süß-säuerliche Sauce auf Basis von Ketchup und Worcestershiresauce passt gut, aber jede gekaufte oder selbst gemachte Barbecuesauce tut es auch.
Im Schongarer. Das Schweinefleisch genauso würzen und anbraten, dann mit der Schmorflüssigkeit, der Zwiebel und dem Knoblauch in einen großen Schongarer geben. Zugedeckt 8 bis 10 Stunden auf niedriger Stufe oder 5 bis 6 Stunden auf hoher Stufe garen, bis sich das Fleisch leicht mit der Gabel zerpflücken lässt. 15 bis 20 Minuten ruhen lassen, zerpflücken, dann zurück in den Schongarer geben und mit dem Garsaft vermischen. Diese Methode ist praktisch für große Mengen.
Servieren. Pulled Pork wird großzügig aufgetürmt in weichen Burgerbrötchen serviert, mit Krautsalat, oder als Melt mit geschmolzenem Käse bedeckt. Es passt auch in Tortillas für Tacos oder wird auf Salat serviert.
Vorbereitung und Aufbewahrung. Das Fleisch kann am Vortag zerpflückt und im eigenen Saft aufgewärmt werden. Reste mit ihrem Saft in einer luftdichten Dose bis zu 4 Tage im Kühlschrank aufbewahren oder portionsweise mit etwas Saft bis zu 3 Monate einfrieren. Über Nacht im Kühlschrank auftauen lassen, dann zugedeckt im Ofen bei 120 bis 150 °C 20 bis 30 Minuten erwärmen und bei Bedarf etwas Barbecuesauce dazugeben.
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