Das „Weizenfleisch“ gibt es schon seit Jahrhunderten, auch wenn der Name „Seitan“ (ausgesprochen SAY-tan) eine viel jüngere Erfindung ist. Obwohl es aus Weizen hergestellt wird, hat Seitan nicht viel mit Mehl oder Brot gemeinsam.
Bekannt gemacht wurde es von buddhistischen Mönchen, weshalb man es zunächst in der chinesischen Küche und japanischen Küche fand, bevor es sich mit dem Aufschwung des Veganismus mittlerweile überall auf der Welt verbreitet hat.
Beim Garen wird Seitan dem Aussehen und der Textur von Fleisch erstaunlich ähnlich, was ihn zu einem sehr beliebten Fleischersatz für Vegetarier und Veganer macht. Man nennt ihn auch Gluten, Weizenprotein oder Weizengluten.

Was ist Seitan?
Seitan ist die Grundlage zahlreicher im Handel erhältlicher vegetarischer Produkte wie fleischlose Frankfurter Würstchen, falscher Speck und vieles mehr. In der Regel findest du ihn in verschiedenen Varianten, etwa gemahlen, in Scheiben oder in Streifen.
Seitan lässt sich von Hand zubereiten, entweder aus Vollkornweizenmehl (was ein sehr aufwendiger Prozess ist) oder aus Weizengluten (was ein deutlich einfacherer Prozess ist). Hergestellt wird er, indem die Stärke aus dem Weizenteig herausgespült wird, sodass nur das sehr proteinreiche Gluten übrig bleibt.
Wie schmeckt Seitan?
Seitan schmeckt ziemlich herzhaft, recht ähnlich wie mildes Hähnchen oder Pilze. Seitan hat für sich genommen einen milden Geschmack, kann aber durch verschiedene Rezepte deutlich mehr Aromen aufnehmen. So kann man ihn zum Beispiel anstelle von Hähnchen in meinen Hähnchenstücken mit Knoblauch und Honig verwenden.

Die Beliebtheit von Seitan beruht eher auf seiner Textur als auf seinem Geschmack. Das gilt besonders im Vergleich zu anderen Alternativen wie Tofu oder Tempeh, die keine „fleischige“ Textur haben.
Wie kocht man Seitan?
Ob du ihn selbst herstellst oder fertig kaufst – Seitan muss immer gegart werden, um in einem vegetarischen oder veganen Gericht verwendet zu werden. Ein schnelles Anbraten in der Pfanne mit einem Schuss Tamari, Sojasauce oder Nama Shoyu ist eine Möglichkeit, deinen Seitan zuzubereiten. Du kannst ihn mit etwas Currypulver köcheln lassen und mit Hefeflocken abrunden – für ein leckeres Gericht.
Seitan eignet sich hervorragend zum Grillen, egal ob auf einem Außengrill oder in einer Grillpfanne drinnen. Bestreiche ihn einfach mit deiner Lieblings-Barbecuesauce und erwärme ihn. Ein Sandwich mit Barbecue-Seitan ist eine köstliche und unterhaltsame Option für dein Grillfest.

Du kannst Seitan zu fast jedem vegetarischen Curry-Rezept hinzufügen oder Stücke davon in eine Suppe oder einen Eintopf geben, um eine pflanzliche Proteinquelle zu erhalten. Sobald du erst einmal damit angefangen hast, wirst du zahlreiche kreative Möglichkeiten entdecken, Seitan in deiner vegetarischen und veganen Küche einzusetzen.
Wie bewahrt man Seitan auf?
Selbst gemachten Seitan kannst du einige Tage im Kühlschrank aufbewahren; achte bei im Laden gekauften Verpackungen auf das Verfallsdatum. Zubereiteten Seitan kannst du außerdem bis zu drei Monate einfrieren.
Seitan vs. Tempeh
Auch wenn Seitan und Tempeh ähnliche Verwendungszwecke haben, unterscheiden sich die beiden Produkte in wesentlichen Punkten. Vor allem wird Seitan aus Weizen hergestellt und enthält daher Gluten – im Gegensatz zu Tempeh, einem Produkt auf Sojabasis, das ihn zu einer geeigneten Zutat für eine glutenfreie Küche macht. Tempeh ist fermentiert und daher selbst für Menschen, die keine Glutenempfindlichkeit haben, leichter verdaulich.
