Der kalte Kartoffelsalat mit Thunfisch und Oliven, der auf keiner Tapas-Theke in Spanien fehlen darf.
Es ist heiß, die Lust aufs Essen hält sich in Grenzen, und das Erste, was auf den Tisch kommt, ist eine Schüssel gut gekühlter Salat. Der Löffel gleitet durch die cremig mit Mayonnaise umhüllten Kartoffeln, stößt auf ein Stück Olive und kommt mit zartem Thunfisch und etwas hart gekochtem Ei wieder nach oben.
In Spanien teilt man die Ensaladilla rusa ganz ungezwungen zum Aperitif, zwischen zwei Gläsern. Sie wirkt unscheinbar – bis zum ersten Bissen, wenn das Salz der Oliven alles aufweckt.

Was ist Ensaladilla rusa?
Sie ist ein kalt servierter, mit Mayonnaise gebundener Salat, der als Tapa auf den Tisch kommt. Die Basis bilden festkochende Kartoffeln und klein gewürfelte Karotten, dazu kommen Erbsen, gut abgetropfter Thunfisch in Öl, hart gekochte Eier und entsteinte Oliven.
Alles wird vorsichtig vermengt und ruht dann eine halbe Stunde kühl, bevor es serviert wird. Das Prinzip erinnert an den japanischen Kartoffelsalat – nur rustikaler und herzhafter.
Auf Spanisch bedeutet ensaladilla rusa wörtlich kleiner russischer Salat. Der Name reist weiter als das Rezept: Was man in Madrid oder Sevilla isst, lebt von Thunfisch in Öl, Oliven und Mayonnaise. Bei uns kennt man sie oft unter dem anschaulicheren Namen spanischer Salat mit Thunfisch.

Eine Tapa von der Theke – gemacht zum Teilen
In spanischen Bars kommt die Ensaladilla auf einer gemeinsamen Platte auf den Tisch, mit Löffeln für alle. Man isst sie pur oder auf knusprigem Brot. Die Garnitur bleibt schlicht: Streifen von Piquillo-Paprika oder gerösteter roter Paprika, zerbröckeltes gekochtes Eigelb darüber, manchmal weißer Spargel oder klein gehackte Cornichons.
Sie hat ihren Platz neben anderen kalten Häppchen zum Aperitif wie Russische Eier oder gebackene Garnelen. Bereiten Sie sie am selben Tag zu: Am Kochtag haben die Kartoffeln die deutlich bessere Textur. Servieren Sie den Salat gut gekühlt, aber nicht eiskalt – zu viel Kälte dämpft das Aroma.
Die Hauptzutaten der Ensaladilla rusa

Das A und O ist die Kartoffel: Nehmen Sie eine festkochende Sorte wie Monalisa, die beim Kochen Form behält und die Mayonnaise gut aufnimmt, ohne zu zerfallen. Rechnen Sie mit 600 g für sechs Personen, ganz in der Schale gekocht und dann in etwa 1 cm große Würfel geschnitten. Die 200 g Karotten werden etwas kleiner gewürfelt, 100 g zarte Erbsen sorgen für die grüne Note.
Den typischen Geschmack gibt der Thunfisch in Öl. Sie brauchen 250 g, gut abgetropft – sonst macht das Öl die Mayonnaise dünn und den Salat wässrig.
Die 3 Eier – 8 Minuten gekocht – werden gewürfelt, und die 18 halbierten, entsteinten Oliven sorgen bei jedem Löffel für den salzigen Kontrast. Ganz anders zeigt der koreanischer Reis mit Thunfisch, was die Dose warm auf den Teller bringt.
Die Mayonnaise hält alles zusammen, etwa 300 g. Für hausgemachte Mayonnaise brauchen Sie 1 Ei, 15 ml Essig, 5 g Salz und 250 ml Öl – darunter das Öl aus der Thunfischdose, aufgefüllt mit mildem Olivenöl.
Ein bis zwei Esslöffel Olivenlake geben ihr Charakter; sie soll cremig-bindend, aber nicht zu fest sein – ähnlich wie japanische Mayonnaise. Für eine leichtere Variante ersetzen Sie die Hälfte durch Naturjoghurt.
Tipps für eine perfekte Ensaladilla
Das Garen entscheidet über alles: 30 Minuten ab Aufkochen für die ganzen Kartoffeln, 20 Minuten für die gewürfelten Karotten – plus 5 Minuten extra, wenn sie dem Messer noch Widerstand leisten.

Zu weich gekochtes Gemüse wird matschig und ist nicht mehr zu retten, zu hartes Gemüse stört die cremige Textur. Lassen Sie alles sorgfältig abtropfen, rühren Sie die Hälfte der Mayonnaise unter, solange das Gemüse noch lauwarm ist – so nimmt es sie besser auf – und lassen Sie den Salat dann 30 Minuten kalt durchziehen, bevor Sie ihn servieren.

Ensaladilla rusa – spanischer Kartoffelsalat
Rezept drucken Rezept pinnen Zu meiner Liste hinzufügenZutaten
- 600 g Kartoffeln festkochend, z. B. Monalisa
- 200 g Karotten
- 100 g Erbsen, gekocht
- 250 g Thunfisch in Öl gut abgetropft
- 3 Eier
- 18 entsteinte Oliven halbiert
- 300 g Mayonnaise
Hausgemachte Mayonnaise (optional)
- 1 Ei
- 15 ml Essig
- 5 g Salz nach Geschmack
- 250 ml Öl Thunfischöl aus der Dose, mit mildem Olivenöl aufgefüllt, oder eine Mischung aus Oliven- und Sonnenblumenöl
- 1-2 Esslöffel Olivenlake
Anleitungen
Gemüse und Eier vorbereiten
- Die Kartoffeln ungeschält gründlich waschen und im Ganzen in reichlich Salzwasser ca. 30 Minuten ab Kochbeginn weich garen – falls nötig 5 Minuten länger garen, bis sie sich leicht einstechen lassen.600 g Kartoffeln, 5 g Salz

- Die Kartoffeln abgießen, noch warm pellen und in ca. 1 cm große Würfel schneiden.

- Inzwischen die Karotten schälen, klein würfeln und in Salzwasser ca. 20 Minuten ab Kochbeginn bissfest garen, bei Bedarf 5 Minuten länger. Anschließend abgießen und gut abtropfen lassen.200 g Karotten

- Die Eier ca. 8 Minuten hart kochen, eiskalt abschrecken, pellen und würfeln.3 Eier

Salat zusammensetzen
- Kartoffeln, Karotten und Erbsen in einer großen Salatschüssel vermengen.100 g Erbsen, gekocht

- Die Hälfte der Mayonnaise zum noch lauwarmen Gemüse geben und vorsichtig unterheben, ohne es zu zerdrücken.300 g Mayonnaise

- Den Thunfisch gut abtropfen lassen, dann mit Oliven und Eierwürfeln zum Salat geben. Die restliche Mayonnaise unterheben und alles vorsichtig vermengen.250 g Thunfisch in Öl, 18 entsteinte Oliven

- Abschmecken und bei Bedarf nachwürzen. Vor dem Servieren ca. 30 Minuten kalt stellen und gut durchziehen lassen.

Hausgemachte Mayonnaise (optional)
- Ei, Essig, Salz und Öl in ein hohes Gefäß geben. Den Stabmixer unten aufsetzen und zunächst ohne zu bewegen mixen, bis eine Emulsion entsteht, dann langsam nach oben ziehen.1 Ei, 15 ml Essig, 250 ml Öl
- Die Olivenlake unterrühren und so dosieren, dass die Mayonnaise cremig-fest, aber nicht zu steif ist.1-2 Esslöffel Olivenlake
Notizen
- Festkochende Kartoffeln verwenden – sie geben dem Salat Stand und sorgen für die perfekte Textur.
- Das Gemüse nur bissfest garen und die Garzeit im Auge behalten: Zu weich gekochtes Gemüse macht den Salat matschig.
- Gemüse und Thunfisch sehr gut abtropfen lassen – überschüssiges Wasser verdünnt die Mayonnaise und verwässert den Geschmack.
- Für eine leichtere Variante die Hälfte der Mayonnaise durch Naturjoghurt ersetzen – dafür die Mayonnaise etwas fester anrühren.
- Möglichst am selben Tag zubereiten, so bleiben die Kartoffeln schön fest. Gekühlt, aber nicht eiskalt servieren.
- Beliebte Varianten: gekochter weißer Spargel, Piquillo-Paprikastreifen, fein gehackte Cornichons oder zerbröseltes Eigelb zur Dekoration.