Gulab Jamun - En-tete

Authentische Gulab Jamun

Weiche, frittierte Bällchen, die in einem mit Kardamom, Safran und Rosenwasser aromatisierten Sirup getränkt werden – ein unwiderstehliches indisches Dessert.

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Warme Kugeln auf Milchpulverbasis, in Ghee frittiert, baden in einem leichten Sirup mit Safran, Kardamom und Rosenwasser. So zeigt sich Gulab Jamun von seiner üppigsten Seite.

Tandoori-Hähnchen – Titelbild
Nach einem würzigen Tandoori-Hähnchen genießen

An einem Winterabend legt ein Halwai zwei Stück davon in einen kulhad aus Ton oder in ein dona, ein kleines Schälchen aus zusammengefügten Blättern. Besonders die porösen kulhads können einen Teil des überschüssigen Sirups aufnehmen und eine ganz eigene, erdige Note beisteuern.

So versteht man Gulab Jamun eher als eine glänzend mit Sirup überzogene Milchsüßigkeit und viel weniger als einen amerikanischen Donut. Eindeutig nichts für alle, die auf ihre Linie achten möchten: Dieses indische Dessert, das wir alle kennen, ist purer Genuss.

Chicken Tikka Masala, mit frischem Koriander garniert und mit Naanbrotstücken auf einem weißen Teller serviert.
Perfekt nach einem köstlichen Butter Chicken

Was ist Gulab Jamun?

Der Name verrät bereits Duft und Form: gulab verbindet das persische gul („Blume“) mit ab („Wasser“), während jamun auf die gleichnamige indische Frucht verweist, deren Größe und dunkle Farbe die Süßigkeit aufgreift. Im Kern ist Gulab Jamun eine Milchsüßigkeit mit Khoya als Hauptbestandteil, bei der Mehl nur zum Binden dient.

Genau das unterscheidet sie von frittiertem Gebäck auf Basis von Mehl und Hefe: Ihre Struktur kommt vor allem von der Milch und nicht vom Gluten, was ihr ihre einzigartige Textur verleiht. Die klassische Basis ist ein chikna-Khoya (auch hariyali oder dhap genannt). Dabei handelt es sich um Milchfeststoffe mit sehr hohem Wassergehalt, deutlich feuchter als batti oder danedar, die zu einem glatten Teig geknetet werden. (Für dieses Rezept verwenden wir jedoch Milch und Milchpulver.)

Eine sehr kleine Menge maida dient lediglich als Bindemittel. In authentischen Varianten bleibt der Mehlanteil minimal, oft bei einem Gewichtsverhältnis von etwa 4:1 Khoya zu maida, damit die Textur nicht zu brotähnlich wird. Damit ist man weit entfernt von einem Teig auf Mehlbasis, wie etwa bei manchen amerikanischen Pancakes.

Rotes Hähnchencurry, mit frischem Koriander garniert, in einem schwarzen Teller auf einem Holztisch.
Wie wäre es mit einem Rezept für Chicken Tikka Masala?

Die Aromen bleiben klassisch und zurückhaltend: grüner Kardamom, etwas Safran und ein paar Tropfen Rosenwasser – eher als feine Schlussnote denn als dominanter Geschmack. Manche Halwais geben in die Mitte etwas Mishri, einen Kardamomsamen oder ein Stückchen Pistazie. Ihrer Ansicht nach verhindert das einen zu festen Kern und begünstigt die Bildung einer kleinen Hohlstelle, in der sich der Sirup sammelt.

Der Sirup ist in der Regel leicht und lauwarm, damit er die dünne Frittierkruste durchdringen kann. Er ist weder dickflüssig noch kochend heiß. Backtriebmittel kommen nur sparsam zum Einsatz: in modernen Küchen genügt eine Prise Backpulver.

Historisch setzten Halwais dafür auch auf Perlpotasche oder auf manuelles Einarbeiten von Luft.

Die Ursprünge von Gulab Jamun

Texte aus dem Dekkan erwähnen bereits verwandte Zubereitungen. Das Mānasollāsa aus dem 12. Jahrhundert (Annabhoga) beschreibt Speisen, die an milchige, runde und frittierte Häppchen erinnern. Historiker bringen insbesondere das Kṣīraprakāra mit frühen Formen von Gulab Jamun und dem bengalischen Pantua in Verbindung.

Diese Zubereitung entsteht, indem man Milch eindickt, den Bruch abtrennt, ihn abtropfen lässt, in Ghee frittiert und anschließend in Sirup einlegt.

Im Unterschied zum arabisch-persischen luqmat al-qadi, einem flüssigen, mit Hefe gelockerten Teig auf Mehlbasis, der in Öl ausgebacken und anschließend in Honig oder in mit Rosenwasser aromatisiertem Sirup getränkt wird, beruht Gulab Jamun nicht auf Gluten. K. T. Achaya und spätere Kommentatoren vertraten die Ansicht, dass die Basis aus Khoya mit nur minimalem Mehlanteil eher für eine indische Süßigkeit lokalen Ursprungs spricht als für eine direkte persische Übernahme.

Die Moguln brachten vor allem ein verfeinertes Aromenspektrum mit. Die mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Hofküchen schätzten Rosenwasser und Kewra neben Safran, Ghee und einem hochentwickelten Wissen rund um Milchverarbeitung. Texte wie das Nimatnama-i-Nasiruddin-Shahi aus dem 16. Jahrhundert und das Nuskha-e-Shahjahani aus dem 17. Jahrhundert zeugen von dieser höfischen Welt, zugleich aromatisch und milchbetont, die das spätere Profil von Gulab Jamun mitprägte.

Heute ist diese Süßigkeit tief in festlichen Bräuchen verwurzelt, insbesondere in Verbindung mit Diwali, Ganesh Chaturthi, Eid ul-Fitr und Eid al-Adha. Bei Hochzeiten legt man sie in die Handfläche, um „den Mund zu versüßen“ – eine Geste, die einen glückverheißenden Anfang symbolisiert. Im weiten Feld der indischen Küche nimmt sie damit einen besonderen Platz ein.

Die wichtigsten Zutaten für Gulab Jamun

Gulab Jamun – Zutaten

Khoya chikna, auch hariyali genannt, ist das zentrale Element: weiche Milchfeststoffe mit hohem Wassergehalt, die sich zu einem glänzenden Teig kneten lassen. Diese Feuchtigkeit verwandelt sich beim Frittieren rasch in Dampf und schafft winzige Hohlräume. So kann der Sirup später bis ins Innere vordringen, statt nur außen an einem trockenen Kern zu haften. Wir mischen hierfür Milch und Milchpulver, um einen ähnlichen Effekt zu erzielen.

Chhena oder paneer sorgt in manchen traditionellen Rezepturen für zusätzliche Struktur. Fein in den Khoya eingearbeitet, lockert es die Masse auf und verhindert eine zu kompakte Textur – für ein zartes Inneres, das den Sirup aufnimmt, ohne zusammenzufallen. Eine ähnliche Weichheit findet man auch bei Kokosperlen.

Maida dient als Bindemittel, nicht als Basis. Ohne einen kleinen Anteil Gluten können die Milchfeststoffe im heißen Fett aufreißen; mit zu viel Mehl wird die Krume brotartig. Traditionell hält man den Anteil daher streng minimal, oft bei einem Gewichtsverhältnis von etwa 4:1 Khoya zu maida, damit die Textur milchig-zart bleibt und die Kugeln dennoch ihre Form behalten.

Backtriebmittel werden nur sehr sparsam eingesetzt, damit die Textur fein bleibt. Heute verwendet man meist Backpulver; historisch setzten Halwais auf Perlpotasche oder manuelles Einarbeiten von Luft, um eine leichte Lockerung zu erzielen, ohne das Innere schwammig werden zu lassen.

Desi ghee verleiht das traditionelle Aroma und sorgt für ein gleichmäßiges Frittieren. Beim langsamen Garen in Ghee entsteht eine feine, zarte Kruste, die der Sirup gut durchdringen kann. Neutrale Öle sind heute ein häufiger Ersatz, entfernen den Geschmack aber vom Klassiker. Als allgemeine Orientierung zum Frittieren können auch die Grundlagen des doppelten Frittierens hilfreich sein, auch wenn die Technik hier eine andere ist.

Der Zuckersirup (chashni) wird warm und etwas leichter als bis zum „Ein-Faden-Stadium“ gehalten, damit er eindringen kann, ohne die Oberfläche zu beschweren. Grüner Kardamom und Safran geben ihm sein klassisches Aroma; ein paar Tropfen Zitronensaft verhindern das Rekristallisieren, ohne den Duft zu verändern.

Rosenwasser liefert das „gulab“. Maßvoll verwendet (es ist sehr, sehr intensiv), hebt es die milchige Fülle hervor, statt sie zu überdecken.

Gulab Jamun - En-tete

Authentische Gulab Jamun

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4.89/5 (17)
Vorbereitungszeit: 30 Minuten
Zubereitungszeit: 30 Minuten
Gesamtzeit: 1 Stunde
Gericht: Dessert
Küche: Nepalesisch
Servings: 6
Author: Marc Winer

Zutaten

  • 200 g Zucker
  • 240 ml Wasser
  • 5 Kapseln Kardamom
  • 1 EL Zitronensaft

Teig und Aromen

  • 4 EL Pflanzenöl
  • 6 EL helles Weizenmehl
  • 120 g Vollmilchpulver zum Backen
  • 1 EL Backpulver
  • 120 ml Milch Vollmilch
  • Safran nach Geschmack
  • Rosenwasser nach Geschmack

Zum Frittieren und Garnieren

  • Pflanzenöl nach Bedarf, zum Frittieren
  • Kokosraspeln oder gemahlene Pistazien zum Garnieren

Anleitungen

Sirup

  • Zucker und Wasser in einen Topf geben und erhitzen, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat.
    200 g Zucker, 240 ml Wasser
    Gulab Jamun - Mélanger le sucre et l'eau dans une casserole et chauffer jusqu'à ce que le sucre soit complètement dissous.
  • Dabei nicht mit einem Metalllöffel rühren, damit der Sirup nicht kristallisiert.
    Gulab Jamun - Ne pas remuer avec une cuillère métallique afin d'éviter que le sirop ne cristallise.
  • Kardamomkapseln hinzufügen und köcheln lassen, bis der Sirup leicht eindickt.
    5 Kapseln Kardamom
    Gulab Jamun - Ajouter les capsules de cardamome et laisser cuire jusqu'à ce que le sirop commence à prendre un peu de consistance.
  • Safran und Rosenwasser nach Geschmack hinzufügen und den Sirup weiter eindicken lassen.
    Safran, Rosenwasser
    Gulab Jamun - Ajouter le safran et l'eau de rose selon votre goût, puis laisser épaissir davantage.
  • Zitronensaft hinzufügen und behutsam einrühren.
    1 EL Zitronensaft
    Gulab Jamun - Ajouter le jus de citron et mélanger délicatement.
  • Sirup vom Herd nehmen und vollständig abkühlen lassen.

Teig formen

  • Mehl, Pflanzenöl und Backpulver in einer Schüssel vermischen.
    6 EL helles Weizenmehl, 4 EL Pflanzenöl, 1 EL Backpulver
    Gulab Jamun - Mélanger la farine, l'huile végétale et la levure chimique dans un bol.
  • Milchpulver dazugeben und untermischen.
    120 g Vollmilchpulver
    Gulab Jamun - Ajouter le lait en poudre et mélanger.
  • Milch nach und nach zugießen, bis ein zusammenhängender Teig entsteht.
    120 ml Milch
    Gulab Jamun - Ajouter le lait progressivement jusqu'à ce que la pâte se rassemble.
  • Teig etwa eine Minute kneten, dann zu glatten, runden Kugeln in Walnussgröße formen (wiederholen, bis der Teig aufgebraucht ist).
    Gulab Jamun - Prélever un morceau de pâte de la taille d'une noix et former une boule bien ronde.

Frittieren, Tränken und Servieren

  • Frittieröl in einem Topf erhitzen, bis es ausreichend heiß ist.
    Pflanzenöl
  • Kugeln bei niedriger Hitze ins Öl geben und langsam frittieren, bis sie goldbraun sind.
    Gulab Jamun - Plonger les boules dans l'huile à feu doux et laisser frire lentement jusqu'à ce qu'elles soient dorées.
  • Kugeln aus dem Öl nehmen und sofort in den abgekühlten Sirup legen, damit sie ihn aufsaugen.
    Gulab Jamun - Sortir les boules de l'huile et les plonger immédiatement dans le sirop refroidi pour qu'elles l'absorbent.
  • Die Kugeln aus dem Sirup nehmen, mit Kokosraspeln oder gemahlenen Pistazien garnieren und servieren.
    Kokosraspeln oder gemahlene Pistazien
    Gulab Jamun - Retirer du sirop et décorer avec la noix de coco râpée ou les pistaches en poudre.
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