Eine Schachtel Ferrero Rocher direkt vor der Nase, Lust hineinzubeißen – und dann doch nicht. Die gekaufte Version ist weder glutenfrei noch laktosefrei, und plötzlich bist du selbst bei so etwas Einfachem wie einem Bissen Schokolade außen vor.
Hier bleibt die Idee dieselbe: eine ganze Haselnuss, eine Schokoladenhülle und rundum Knusper. Nur machst du sie mit Zutaten, die du komplett selbst bestimmst – bis hin zum Zucker, wenn du magst. Dieses Rezept passt perfekt zu meinen glutenfreien Leckereien.

Glutenfreie Ferrero Rocher: Was ist das eigentlich?
Ein Ferrero Rocher besteht im Grunde aus mehreren Schichten: einer ganzen gerösteten Haselnuss im Kern, einer Schoko-Haselnuss-Creme, einer Waffelhülle und schließlich einer Schicht Schokolade mit Haselnussstückchen. Genau diese Waffel ist das Problem: Sie enthält Weizenmehl und damit Gluten.
In der gluten- und laktosefreien Version lassen wir die Waffel weg und ersetzen ihre Knusprigkeit durch grob gehackte, geröstete Haselnüsse. Für Füllung und Überzug verwenden wir Zartbitterschokolade mit 70-80 %, was zusätzlich hilft, Milch zu vermeiden – denn die Originalfüllung besteht aus Milchschokolade, und die ist nicht laktosefrei.
Die wichtigsten Zutaten
Die Zartbitterschokolade mit 70-80 % kommt gleich zweimal zum Einsatz: in der Ganache und im Überzug. Die meisten Zartbitterschokoladen sind gluten- und laktosefrei, trotzdem solltest du hier gezielt einkaufen und eine Schokolade wählen, die eindeutig als geeignet gekennzeichnet ist, wenn du besonders streng darauf achtest.
Die pflanzliche Vollcreme – etwa eine dicke, laktosefreie Alternative zu „Crème épaisse“ – gibt der Ganache ihre Textur. Rommel Reyes betont einen einfachen Punkt: Nimm eine milchfreie Creme mit neutralem Geschmack, sonst bringst du eine störende Note in eine Praline, die klar nach Schokolade und Haselnuss schmecken soll.
Haselnusspaste (oder Praliné) rundet den Geschmack ab und verstärkt ihn. Am besten verwendest du ungesüßte Haselnusspaste: Du kannst sie selbst machen oder im Supermarkt kaufen, wichtig ist vor allem, dass du die Süße im Griff behältst.
Die gerösteten Haselnüsse sorgen für Struktur und Biss. Sie sind zugleich das Herzstück – eine ganze Haselnuss – und der knusprige Mantel außen herum, in zwei Größen: grob gehackt zum Wälzen der Kugeln und fein gehackt in der Überzugsschokolade für das Finish.

Wichtige Techniktipps und typische Fehler
Das Rezept ist auf Gewichtsangaben im metrischen System ausgelegt, damit es zuverlässig gelingt. Wenn du umrechnen musst, mach das vor dem Start – aber behalte den Grundgedanken im Kopf: Hier wird gewogen, nicht mit Bechern gearbeitet.
Rösten, abkühlen lassen, häuten
Heize den Ofen auf 170 °C vor und röste die Haselnüsse 10-12 Minuten. Lass sie anschließend abkühlen, bevor du sie anfasst, sonst verbrennst du dir die Finger und die Haut haftet noch fest.
Um die Haut zu entfernen, reibe die Haselnüsse zwischen deinen Händen. Lege dann 25 ganze Haselnüsse für die Mitte beiseite und hacke den Rest: Ein Teil sollte recht grob sein, damit du die Kugeln darin wälzen kannst, der andere Teil feiner für den Schokoüberzug.
Schoko-Haselnuss-Ganache: kurz erhitzen, glatt rühren
Erhitze die Creme bei mittlerer Hitze nur so weit, bis sie leicht zu simmern beginnt. Mehr brauchst du nicht: Die Creme soll heiß sein, aber nicht kochen.
Nimm den Topf vom Herd, gib die gehackte Zartbitterschokolade dazu und rühre, bis alles glatt und vollständig geschmolzen ist. Sobald die Masse homogen ist, rühre die Haselnusspaste ein, bis sie gleichmäßig verteilt ist, und stelle die Ganache dann beiseite.
Halbkugeln formen – oder ohne Form arbeiten
Wenn du eine Silikonform mit Halbkugeln von 2-3 cm Durchmesser hast, gelingt es am gleichmäßigsten. Fülle jede Mulde zur Hälfte mit der noch lauwarmen Ganache und setze dann eine ganze oder halbe Haselnuss in die Mitte – beides funktioniert. Stelle das Ganze mindestens 15 Minuten ins Gefrierfach, bis die Masse fest genug ist.
Löse die gut durchgekühlten Halbkugeln aus der Form und setze immer zwei zusammen, sodass eine Kugel von 2-3 cm entsteht. Wälze sie anschließend in grob gehackten, gerösteten Haselnüssen und drücke die Nüsse leicht an, damit sie haften. Stecke in jede Kugel einen Zahnstocher und stelle sie wieder kalt, in den Kühlschrank oder ins Gefrierfach, damit sie vor dem Überziehen fest bleiben.
Wenn du keine Form hast, kannst du die Kugeln auch von Hand formen. Nimm 1 Esslöffel abgekühlte Ganache, drücke sie in der Handfläche leicht flach, setze eine ganze Haselnuss in die Mitte und schließe die Ganache darum, sodass eine Kugel von 2-3 cm entsteht. Stecke einen Zahnstocher hinein und stelle sie wieder kalt – genau wie bei der Version mit Form.
Überzug: Schokolade + Haselnuss, gut gekühlte Kugeln
Schmilz die Schokolade für den Überzug und rühre dann die fein gehackten Haselnüsse unter. Zum Eintauchen sollten die Kugeln gut gekühlt sein: So wird der Überzug sauber und festigt sich schnell.
Halte die Kugel am Zahnstocher, tauche sie in die Schoko-Haselnuss-Mischung und lass sie ein paar Sekunden abtropfen. Danach geht es direkt in den Kühlschrank, damit der Überzug fest wird.
Aufbewahrung
Nach dem Überziehen kommen die Kugeln in den Kühlschrank, damit die Schokolade fest wird. Für die Präsentation kannst du jede Kugel in ein 8,5 × 8,5 cm großes Stück Alufolie wickeln – gold- oder silberfarben – und sie anschließend in ein kleines goldenes Trüffel-Papierförmchen setzen. Das ist praktisch, wenn du sie verschenken oder sauber servieren möchtest.

Wenn du ganz ohne tierische Produkte weitermachen möchtest, schau dir meine veganen glutenfreien Rezepte an.
Rezept entwickelt von Chef Rommel Reyes. Seine Arbeit findest du auf Instagram, in seinem Newsletter Substack und auf seinem YouTube-Kanal.

Zutaten
- 150 g Haselnüsse ganz
- 150 g Schokolade 70-80% glutenfrei, milchfrei
- 150 g Sahne milchfrei, glutenfrei
- 50 g Haselnusspaste oder Praliné
- 250 g Zartbitterschokolade 70-80% glutenfrei, milchfrei
- 50 g gehackte Haselnüsse
Anleitungen
Geröstete Haselnüsse
- Heize den Backofen auf 170 °C vor und röste die Haselnüsse 10-12 Minuten. Lass sie anschließend abkühlen.
- Reibe die Haselnüsse zwischen den Händen, um die Haut zu lösen. Lege 25 ganze Haselnüsse beiseite und hacke den Rest.

Schoko-Haselnuss-Ganache
- Erhitze die Sahne in einem Topf bei mittlerer Hitze, bis sie leicht zu köcheln beginnt.
- Nimm den Topf vom Herd, gib die gehackte Zartbitterschokolade dazu und rühre, bis eine glatte, vollständig geschmolzene Masse entsteht.

- Rühre die Haselnusspaste unter, bis die Ganache glatt und homogen ist. Stelle sie beiseite.

Haselnuss-Schokoladenüberzug
- Schmilz die Schokolade und verrühre sie anschließend mit den gehackten Haselnüssen.

Schokokugeln formen
- Bereite eine kuppelförmige Silikonform mit Mulden von 2-3 cm Durchmesser vor. Fülle jede Mulde zur Hälfte mit lauwarmer Ganache und setze dann eine ganze oder halbe Haselnuss in die Mitte. Stelle die Form mindestens 15 Minuten ins Gefrierfach.

- Löse die gefrorene Ganache aus der Form und setze jeweils zwei Halbkugeln zu einer Kugel von 2-3 cm zusammen. Rolle sie in den gehackten, gerösteten Haselnüssen und drücke sie leicht an. Stecke einen Zahnstocher in jede Kugel und stelle sie kalt oder ins Gefrierfach.

- Falls du keine kuppelförmige Silikonform hast, nimm 1 Esslöffel abgekühlte Ganache und drücke sie in deiner Handfläche leicht flach. Lege eine ganze Haselnuss in die Mitte und schließe die Ganache darum, sodass eine 2-3 cm große Kugel entsteht. Stecke einen Zahnstocher in jede Kugel und stelle sie kalt oder ins Gefrierfach.
Überziehen, Verpacken und Aufbewahren
- Halte den Zahnstocher fest und tauche die gut gekühlten Schokokugeln in den Haselnuss-Schokoladenüberzug. Lass die überschüssige Schokolade ein paar Sekunden abtropfen und stelle die Kugeln dann in den Kühlschrank.

- Wickle jede Praline in ein 8,5 x 8,5 cm großes Stück goldene oder silberne Alufolie und setze sie anschließend in eine kleine goldene Pralinenkapsel.
