Bali Reise vorbereiten: Budget, Transport, Visum und praktische Tipps

Bali funktioniert nach anderen Regeln als die meisten Reiseziele in Suedostasien, und wer sie vor der Landung kennt, spart Geld und echte Kopfschmerzen. Das Visumsystem hat Tuecken, die viele auf dem falschen Fuss erwischen. Der Verkehr kann dich eine Stunde fuer eine Strecke aufhalten, die eigentlich zehn Minuten dauern sollte. Polizeikontrollen haben es gezielt auf Touristen mit Rollern abgesehen. Und die Wechselstuben in der Naehe von Kuta haben Taschenspielertricks perfektioniert, die selbst einen Las-Vegas-Zauberer beeindrucken wuerden.

Dieser Guide behandelt die wenig glamouroese, aber notwendige Seite einer Bali-Reise: Visa, Budget, Transport, Abzocken, Gesundheit, Konnektivitaet und Timing. Wenn du einen umfassenderen Ueberblick suchst, deckt unser kompletter Bali-Reisefuehrer Reiseziele und Routen ab. Dieser Artikel ist die praktische Ergaenzung dazu.

Visum: Was du brauchst und wie du es bekommst

Visa on Arrival (VOA)

Die meisten Nationalitaeten, darunter auch Deutsche, Oesterreicher und Schweizer, koennen ein Visa on Arrival (VOA) am Flughafen Ngurah Rai erhalten. Es kostet 500.000 IDR (ca. 30 EUR / 35 USD) und berechtigt zu einem Aufenthalt von 30 Tagen. Es kann einmal um weitere 30 Tage bei einem oertlichen Einwanderungsbuero verlaengert werden.

Der Verlaengerungsprozess ist muehsam: drei separate Besuche beim Einwanderungsbuero (Reisepass abgeben, zur biometrischen Erfassung wiederkommen, Reisepass abholen). Spezialisierte Agenturen wie Bali Visas, Legal Legends oder Komala Visa in der Gegend von Kuta/Legian uebernehmen den gesamten Prozess fuer dich und reduzieren ihn auf einen einzigen Besuch fuer 25 bis 45 EUR zusaetzliche Servicegebuehren. Wenn du vor der Abreise schon weisst, dass du 60 Tage bleiben moechtest, ist der Weg ueber eine Agentur jeden Cent wert.

Das e-VOA: Warteschlangen vermeiden

Der beste Tipp vor der Abreise ist, das e-VOA online ueber die offizielle Website (molina.imigrasi.go.id) zu beantragen. Mit dem e-VOA kannst du die automatischen Schleusen bei der Einreise nutzen, was bedeutet, dass du den manuellen Schalter komplett umgehst. Selbst wenn die Schleusen ausfallen (das passiert), umgehst du trotzdem die erste der zwei Warteschlangen, weil deine Visazahlung bereits verarbeitet ist.

Achtung: Betruegerische Websites, die das offizielle Portal imitieren, verlangen den doppelten Preis. Stelle sicher, dass die URL auf .go.id endet. Die Zahlung kann mit deutschen, oesterreichischen oder Schweizer Kreditkarten haken, also probiere verschiedene Browser oder Karten, wenn der erste Versuch fehlschlaegt.

Budget-Aufschluesselung: Was Bali wirklich kostet

Balis Ruf als extrem guenstiges Reiseziel muss aktualisiert werden. Die Preise in Canggu, Seminyak und Uluwatu haben sich seit 2019 nahezu verdoppelt. Canggu ist dabei zur teuersten Zone der Insel geworden. Trotzdem bieten dir 45 EUR pro Tag immer noch ein komfortables Erlebnis, und mit 90 EUR pro Tag bist du in der Kategorie Villa-mit-Pool.

Budget-Level Tageskosten (solo) Unterkunft Essen Transport
Backpacker 22-30 EUR Hostel-Schlafsaal (5-9 EUR/Nacht) Nur lokale Warungs (1-1,50 EUR/Mahlzeit) Roller mieten
Mittelklasse 45-70 EUR Privatzimmer oder Homestay (18-27 EUR/Nacht) Mix aus lokalen Warungs und westlichen Cafes Roller + gelegentlich Grab
Komfortabel 90-135+ EUR Privatvilla mit Pool (35-45 EUR/Nacht) Restaurants (27 EUR/Tag) Privater Fahrer

Fuer Paare ist ein guter Richtwert 1.800 EUR fuer 12 Tage (ohne Fluege). Das sind etwa 75 EUR pro Person und Tag und deckt private Unterkunft, eine Mischung aus lokalem und Restaurant-Essen, Aktivitaeten und Transport ab.

Wofuer das Geld draufgeht

Ein Roller kostet 70.000-100.000 IDR pro Tag (4-6 EUR). Eine Mahlzeit in einem lokalen Warung kostet 15.000-25.000 IDR (1-1,50 EUR). Eine Mahlzeit in einem Cafe im westlichen Stil mit Kaffee uebersteigt 100.000 IDR (6+ EUR). Eine einstuendige balinesische Massage kostet 100.000-150.000 IDR (6-9 EUR).

Eine Liege im Beach Club bedeutet einen Mindestverzehr von 1 bis 3 Millionen IDR (60-180 EUR). Ein privater Fahrer fuer den ganzen Tag (10 Stunden, Auto und Benzin inklusive) kostet 600.000-800.000 IDR (35-50 EUR).

Bintang-Bier ist guenstig. Importierte Spirituosen und Wein sind hoch besteuert und teuer. Wenn du trinkst, bleib beim lokalen Bier und heb dir die Cocktails fuer einen gelegentlichen Abend im Beach Club auf.

Budget-Tipp: Raus aus dem touristischen Sueden

Amed, Lovina und Sidemen arbeiten noch auf einem Preisniveau nahe dem von vor der Pandemie. Ein Bungalow in Amed mit Blick auf die Reisfelder kann schon ab 14 EUR pro Nacht kosten. Wenn dein Budget knapp ist, verbringe die ersten oder letzten Tage im Sueden fuer die Logistik und fahre fuer den Grossteil deines Aufenthalts in den Norden oder Osten.

Anreise: Fluege und Ankunft am Flughafen

Von Deutschland, Oesterreich und der Schweiz gibt es keine Direktfluege nach Bali. Die haeufigsten Zwischenstopps sind Singapur, Kuala Lumpur, Bangkok und Doha. Singapore Airlines ueber Singapur, Qatar Airways ueber Doha und Emirates ueber Dubai sind die gaengigsten Kombinationen. Rechne mit 500 bis 900 EUR fuer Hin- und Rueckflug je nach Saison.

Die beiden Segmente separat zu buchen (Deutschland-Hub + Hub-Bali) kann manchmal guenstiger sein, aber pruefe die Gepaeckuebernahme-Richtlinien, bevor du dich festlegst.

Der internationale Flughafen Ngurah Rai (DPS) liegt an der Suedspitze der Insel, nahe Kuta (sieh dir unseren Guide an, um in Kuta nahe dem Flughafen zu uebernachten). Wenn du das e-VOA dabei hast, dauert die Einreise 15 bis 30 Minuten je nach Wartezeit an den Schleusen. Ohne e-VOA rechne mit einer Stunde oder mehr.

Vom Flughafen zum Hotel

Die Ankunftshalle von Ngurah Rai entfesselt eine Wand aus Fahrern, die jedem Auslaender „Taxi! Taxi!“ entgegenschreien, der durch die Tueren kommt. Die ersten angebotenen Preise sind oft absurd: 1 Million IDR fuer eine Fahrt, die 300.000 kosten sollte.

Die beste Option ist ein vorab gebuchter Transfer ueber Klook oder Booking.com. Festpreis, kein Verhandeln, der Fahrer haelt ein Schild mit deinem Namen. Ein Transfer nach Ubud kostet etwa 300.000-400.000 IDR (18-25 EUR). Man kann auch Grab vom Flughafen nutzen, muss aber zum Abholpunkt „Grab Lounge“ im Parkhaus laufen, und Surge Pricing zu Stosszeiten kann die Ersparnis zunichtemachen.

Ankunftshalle des internationalen Flughafens Ngurah Rai auf Bali
Die Ankunftshalle des Flughafens Ngurah Rai: Bereite dein e-VOA im Voraus vor, um lange Warteschlangen zu vermeiden

Fortbewegung auf Bali

Roller mieten

Ein Roller kostet 70.000-100.000 IDR pro Tag (4-6 EUR) und ist das schnellste Fortbewegungsmittel auf Bali. Eine 45-minuetige Autofahrt dauert mit dem Roller 10 Minuten, besonders in den verstopften Korridoren von Canggu und dem Zentrum von Ubud.

Es gibt allerdings einen Haken, und der ist ernst. Du brauchst zwei Dokumente: einen Motorradfuehrerschein (der deutsche Fuehrerschein Klasse A, A2 oder A1 genuegt) und einen internationalen Fuehrerschein (IFP) mit Motorrad-Vermerk. Beantrage den IFP bei deiner Fuehrerscheinstelle oder dem Buergeramt vor der Abreise, die Kosten betragen ca. 15 EUR und die Bearbeitung dauert ein paar Wochen. Einen legitimen IFP kannst du nicht auf Bali bekommen, egal was manche Geschaefte behaupten.

Ohne gueltige IFP und Motorradfuehrerschein wird deine Reiseversicherung fast sicher jede Schadensmeldung bei einem Unfall ablehnen. Die Behandlungskosten fuer einen schweren Motorradunfall gehen in die Tausende Euro. Das ist die haeufigste finanzielle Katastrophe bei Touristen auf Bali.

Lerne nicht auf Bali Roller fahren. Die Reddit-Diskussionen zum Thema quellen ueber vor schmerzhaften Geschichten. Der Verkehr ist chaotisch, die Strassen haben Sand, Schlagloecher und streunende Hunde. Wenn du den Roller lieber vermeiden moechtest, erklaert unser Aktivitaeten-Guide fuer Bali, wie du deine Ausfluege mit einem privaten Fahrer organisieren kannst.

Die „Bali-Tattoos“ (Auspuffverbrennungen an der Wade, Schuerfwunden an den Unterarmen) zeichnen eine bestimmte Art von Tourist aus. Wenn du noch nie Motorrad gefahren bist, nimm Monate vor deiner Reise Fahrstunden zu Hause, oder vergiss den Roller.

Wenn du faehrst, gehoeren zu den zuverlaessigen Vermietern Bikago (Versicherung inklusive, Online-Buchung, teurer), Bali Bike House und Varuna in der Region Ubud. Stelle sicher, dass die Miete eine Handyhalterung und einen sauberen Helm beinhaltet.

Grab und Gojek

Installiere beide Apps vor der Abreise. Die Preise schwanken zwischen den beiden, also vergleiche jedes Mal, wenn du eine Fahrt brauchst. Grab ist fuer Auslaender besser geeignet, um internationale Bankkarten zu hinterlegen. Gojek ist oft guenstiger fuer Motorrad-Taxis (GoRide) und Essenslieferung (GoFood).

GoRide und GrabBike sind die guenstige Option: Du sitzt hinten auf einem Motorrad und der Fahrer schlaengelt sich durch den Verkehr. Du profitierst von der Schnelligkeit des Rollers ohne das Risiko, selbst zu fahren. Eine Mindestfahrt kostet etwa 20.000 IDR (1,20 EUR), mehr zu Stosszeiten.

Es gibt eine Komplikation. In Canggu, im Zentrum von Ubud, in der Gegend des Uluwatu-Tempels und bei der Flughafenankunft verbieten lokale Transportgruppen (manchmal als „Taxi-Mafia“ bezeichnet) Grab- und Gojek-Abholungen. Fahrer, die diese Zonen betreten, riskieren Konfrontationen.

Die Loesung ist einfach: Lauf 200-300 Meter vom touristischen Zentrum weg und bestelle deine Fahrt von dort. Der Fahrer bittet dich vielleicht, vorn zu sitzen, um weniger wie ein VTC-Fahrgast auszusehen. MyBluebird, die offizielle App der Bluebird-Taxis, funktioniert in den meisten dieser Sperrzonen, da die lokalen Gruppen traditionelle Taxis in der Regel respektieren.

Private Fahrer

Ein privater Fahrer mit Auto und Benzin kostet 600.000-800.000 IDR (35-50 EUR) fuer einen vollen Tag von 10 Stunden. Das ist die komfortable und stressfreie Option fuer Tempelbesuche und Ausfluege. Laengere Strecken wie Ubud-Lovina hin und zurueck koennen 1 Million IDR (60 EUR) erreichen.

Ein Punkt, auf den man achten sollte: Fahrer, die weniger als 500.000 IDR berechnen, bessern oft ihr Einkommen auf, indem sie dich zu provisionsbasierten Touristenfallen schleusen (Kaffeeplantagen, Silberschmiedewerkstaetten, „traditionelle Kunstgalerien“). Am Ende verbringst du mehr Zeit in Laeden als an den Orten, die du wirklich sehen wolltest.

700.000+ IDR fuer einen Fahrer zu zahlen, der dich ohne Umwege dorthin bringt, wo du hinwillst, ist gut angelegtes Geld. Buche ueber Klook fuer geprueftes Fahrpersonal mit Festpreisen und Kundenservice. Lade deinen Fahrer zum Mittagessen ein oder gib ihm 50.000 IDR fuer sein Essen; hinterlasse am Ende ein Trinkgeld, wenn der Service gut war.

Kommt man ohne Roller zurecht?

Ja, aber es erfordert Geduld und den richtigen Ausgangspunkt. Sanur hat eine Strandpromenade und flache Strassen. Das Zentrum von Ubud laesst sich zu Fuss erkunden fuer Restaurants und Geschaefte. Beide funktionieren sehr gut ohne jegliches Fahrzeug. Canggu und Seminyak sind mit einer Kombination aus Grab-Auto und GoRide-Motorradtaxis machbar, aber du wirst in Staus sitzen. Uluwatu braucht auf jeden Fall irgendein Fahrzeug.

Grab-Motorradtaxi in einer Strasse auf Bali
Grab- und Gojek-Motorradtaxis: schnell, guenstig und praktisch, um Staus zu umgehen

Geld: Geldautomaten, Wechseln und Trinkgeld

Bargeld ist immer noch Koenig

Viele lokale Warungs, Marktstaende und kleine Geschaefte akzeptieren keine Karten. Hab immer indonesische Rupiah dabei. Die Scheine kommen in grossen Stueckelungen (50.000- und 100.000-IDR-Scheine sind ueblich), und die Menge an Nullen braucht ein paar Tage zur Gewoehnung.

Geldautomaten

Benutze Geldautomaten innerhalb von Bankfilialen (BCA, BNI, Mandiri). Vermeide freistehende Automaten auf der Strasse, besonders solche, die wahllos an Waenden in Touristengebieten befestigt sind. Karten-Skimmer sind ein bekanntes Problem: Schuettele vor dem Einsetzen deiner Karte am Kartenleser. Wenn er sich locker oder sperrig anfuehlt, geh weiter.

Hebe groessere Betraege seltener ab, um die Gebuehren zu minimieren, die sich bei jeder Transaktion summieren. Informiere deine Bank vor der Reise, um eine Kartensperre zu vermeiden, und nimm eine zweite Bankkarte als Backup mit.

Wechselstuben: Die groesste Touristenfalle auf Bali

Dieses Thema verdient einen eigenen Abschnitt, denn der Wechselbetrug ist die ausgefeilteste Abzocke auf Bali. Die verglasten Wechselstuben, die die Strassen von Kuta, Legian und Seminyak saeuemen, zeigen Wechselkurse an, die unglaublich erscheinen. Und zwar deshalb: Diese Kurse sind buchstaeblich besser als der Marktkurs, was dein erstes Warnsignal ist. Ein legitimes Geschaeft kann keine Devisen unter seinem Einkaufspreis verkaufen.

Der Mechanismus funktioniert so: Der Angestellte zaehlt deine Rupiah langsam, Schein fuer Schein, in einer transparenten Demonstration von Ehrlichkeit. Dann kommt der Trick. Beim Stapeln der Scheine klopft oder drueckt er sie gegen die Theke und laesst Scheine in einen Schlitz oder eine versteckte Schublade gleiten. Oder er faltet den Stapel in einen Umschlag und laesst dabei mehrere Scheine verschwinden.

Manchmal kommt eine zweite Person und stellt dir eine Frage, was eine sekundenbruchteillange Ablenkung erzeugt. Du gehst mit 20 bis 30 % weniger Geld als gezaehlt.

Die goldene Regel: Du musst die letzte Person sein, die das Geld beruehrt, bevor es in deine Tasche geht. Wenn der Angestellte den Stapel nochmal anfasst, nachdem du ihn gezaehlt hast, ist das Geschaeft geplatzt. Geh.

Noch besser: Vermeide Wechselstuben komplett und benutze Bankautomaten. Wenn du unbedingt Bargeld wechseln musst, nutze ausschliesslich „autorisierte Wechselstuben“, die das gruene „PVA Berizin“-Siegel zeigen und in einem richtigen Gebaeude operieren, nicht in einer Glaskabine auf dem Gehweg.

Trinkgeld

Trinkgeld ist auf Bali nicht obligatorisch, wird aber geschaetzt. Die meisten Restaurants in Touristengebieten fuegen eine Servicegebuehr zur Rechnung hinzu. In Warungs ist es eine nette Geste, das Wechselgeld liegen zu lassen (ein paar Tausend Rupiah). Fuer Fahrer sind 50.000-100.000 IDR (3-6 EUR) am Ende eines ganzen Tages ueblich. Fuer Masseure sind 20.000-50.000 IDR zusaetzlich zum Preis der Sitzung gaengig.

Indonesische Rupiah-Scheine und Taschenrechner
Mach dich mit den Rupiah-Stueckelungen vertraut und hab immer Bargeld dabei

Gesundheit und Sicherheit

Reiseversicherung

Schliesse eine Reiseversicherung ab, bevor du ins Flugzeug steigst. Das ist nicht verhandelbar. Die europaeische Krankenversicherungskarte (EHIC) deckt in Indonesien nichts ab, du brauchst zwingend eine private Versicherung. Anbieter wie die Allianz Travel, HanseMerkur, ADAC Auslandskrankenversicherung oder ERV bieten Tarife an, die fuer Aufenthalte in Asien geeignet sind.

Der Punkt, den du unbedingt pruefen musst: Deckt deine Police Motorradunfaelle ab, und unter welchen Bedingungen? Die meisten Vertraege verlangen einen gueltigen Motorradfuehrerschein und einen internationalen Fuehrerschein. Wenn du einen Unfall ohne diese Dokumente hast, wird dein Versicherer die Uebernahme ablehnen, und du zahlst Krankenhauskosten aus eigener Tasche, die fuer Knochenbrueche mit Operation leicht 5.000-10.000 EUR oder mehr erreichen koennen.

Bali Belly

Die „Bali Belly“ (Reisedurchfall) trifft viele Besucher, meist in den ersten Tagen. Die ueblichen Ratschlaege gelten: Wasser aus Flaschen trinken, Eiswuerfel in kleinen Strassenstaenden meiden (Eiswuerfel in Restaurants und etablierten Warungs sind in der Regel sicher, da sie aus Fabriken kommen), in stark frequentierten Warungs mit hohem Durchsatz essen (frisches Essen = weniger Risiko) und haeufig die Haende waschen.

Falls es dich trotzdem erwischt, bleib mit Elektrolyt-Loesungen hydriert (in jeder Apotheke auf Bali fuer Centbetraege erhaeltlich) und warte ab, bis es vorbei ist. Die meisten Faelle klingen innerhalb von 24 bis 48 Stunden ab.

Impfungen

Suche 4 bis 6 Wochen vor der Abreise einen Reisemediziner oder ein tropenmedizinisches Institut auf. Impfungen gegen Hepatitis A und Typhus werden fuer Bali haeufig empfohlen. Die Tollwut-Impfung ist angesichts der vielen streunenden Hunde auf der Insel eine Ueberlegung wert.

Wenn ein ungeimpfter Hund dich beisst und du nicht gegen Tollwut vorgeimpft bist, brauchst du sofort eine Postexpositionsprophylaxe, was bedeutet, schnell ein Krankenhaus zu finden. In Deutschland bieten tropenmedizinische Institute und viele Hausaerzte diese Impfung an.

Streunende Hunde

Bali hat eine grosse Population streunender Hunde, besonders in laendlichen Gebieten und rund um Tempel. Die meisten sind tagsueber zahm, koennen aber nachts territorial werden. Beruehre, fuettere und naehre dich nicht streunenden Hunden.

Wenn du auf dem Roller faehrst und ein Hund auf dich zurennt, weiche nicht aus (so verunfallen viele Touristen). Halte deine Geschwindigkeit und Spur; der Hund wird in der Regel stehen bleiben. Wenn du gebissen wirst, reinige die Wunde sofort mindestens 15 Minuten lang mit Seife und Wasser und begib dich ins Krankenhaus fuer eine Tollwut-Postexpositionsprophylaxe.

Abzocken, die du vermeiden solltest

Bali ist ein sicheres Reiseziel, aber es hat ein eingespieltes Oekosystem von Abzocken, die auf Touristen abzielen. Keine dieser Maschen bringt dich in koerperliche Gefahr. Sie leeren allerdings dein Portemonnaie, wenn du nicht Bescheid weisst.

Taschenspielertrick in der Wechselstube

Behandelt im Abschnitt Geld weiter oben. Verglaste Wechselstuben mit Kursen, die den Marktkurs schlagen, bestehlen dich. Nutze stattdessen Bankautomaten.

Taxis mit „kaputtem Taxameter“ und gefaelschte Bluebird-Taxis

Fahrer behaupten, ihr Taxameter sei kaputt, und schlagen einen Festpreis vor, in der Regel das 3- bis 5-Fache des Taxameterpreises. Die serioese Firma, auf die man achten sollte, ist Bluebird: Ihre Autos haben ein Vogel-Logo, Fahrer in Uniform und funktionierendes Taxameter. Gefaelschte Bluebird-Taxis existieren, mit aehnlichem Anstrich und Logos, die sich in kleinen Details unterscheiden. Nutze die MyBluebird-App, um sicherzustellen, dass du in ein echtes steigst, oder bleib bei Grab und Gojek, wo der Preis vor dem Einsteigen feststeht.

Die Abzocke mit dem „Pflicht-Guide“ an Tempeln

Am Besakih-Tempel (dem groessten und wichtigsten Tempel Balis) bestehen aggressive Schlepper nahe dem Eingang darauf, dass man ohne Guide nicht hinein darf. Das stimmt nicht. Geh an ihnen vorbei, kaufe dein Ticket am offiziellen Schalter und tritt selbst ein. Das gleiche Szenario wiederholt sich an kleineren Tempeln, aber mit weniger Nachdruck. Der offizielle Schalter ist immer die Autoritaet dafuer, was verlangt wird.

Lempuyang „Gates of Heaven“

Das beruehmte Foto mit den Tempeltoren, die den Gunung Agung einrahmen, bedeutet 2 bis 3 Stunden Anstehen fuer ein letztlich 2-Sekunden-Foto. Der „Spiegel“ im Wasser, der das Foto auf Instagram so perfekt aussehen laesst, ist tatsaechlich ein Spiegel, den der Fotograf unter die Kamera haelt. Wisse das vorher, um zu entscheiden, ob die Wartezeit es wert ist.

„Mautgebuehren“ in den Reisfeldern und „Spenden“ an Tempeln

An manchen Wegen durch die Reisfelder gibt es improvisierte Mautstellen, wo jemand eine „Spende“ verlangt, um auf einem eigentlich oeffentlichen Weg zu laufen. An manchen Tempeln bedraengen Schlepper vor dem Eingang (nicht der offizielle Schalter) dich zu einer „Spende“ im Tausch gegen einen Sarong oder einen Segen. Der offizielle Eintrittspreis ist das, was du am offiziellen Schalter zahlst. Alles andere ist optional, egal wie hartnackig die Person ist, die fragt.

Panorama-Restaurants in Kintamani

Ausflugsfahrer lieben es, Touristen in die Buffet-Restaurants mit Blick auf den Gunung Batur in Kintamani zu bringen. Das Essen ist teuer und mittelmassig (kalte Buffetgerichte, die seit Stunden unter Waermelampen stehen). Die Aussicht hingegen ist echt. Fuer das gleiche Vulkanpanorama mit besserem Essen und niedrigeren Preisen geh stattdessen in eines der kleinen Cafes entlang der Kammstrasse von Kintamani. Dein Fahrer bekommt dort keine Provision, deshalb schlaegt er sie nie vor.

Polizeikontrollen

Das ueberrascht viele Touristen. Die Polizei richtet Kontrollen („Operasi“ genannt) auf den Hauptstrassen von Kuta, Seminyak, Canggu und entlang der Sunset Road ein und haelt jeden Auslaender auf dem Roller an. Wenn deine Dokumente in Ordnung sind (gueltiger Fuehrerschein, IFP, Helm auf dem Kopf, T-Shirt an), winken sie dich in der Regel wortlos durch.

Wenn etwas fehlt, erwaehnt der Beamte ein „Bussgeld“. Das echte Bussgeld beinhaltet einen blauen Zettel und einen Gerichtstermin. Wenn der Beamte vorschlaegt, die Sache vor Ort mit einer Barzahlung zu regeln, ist das Bestechung. Der typische Betrag liegt bei 50.000-200.000 IDR (3-12 EUR), wenn du ruhig verhandelst, kann aber auf 500.000-1.000.000 IDR steigen, wenn du panisch oder wohlhabend wirkst.

Eine Strategie, die viele Reisende nutzen: Ein separates Portemonnaie mit nur 50.000-100.000 IDR darin haben und dem Beamten zeigen, dass das alles ist, was du hast. Das ist keine Empfehlung, Bestechungsgelder zu zahlen, sondern eine Beschreibung dessen, was tatsaechlich vor Ort passiert.

Tourist mit Sarong beim Besuch eines balinesischen Tempels
Der Sarong ist Pflicht fuer den Eintritt in balinesische Tempel: Bring deinen eigenen mit fuer mehr Komfort

Konnektivitaet: SIM-Karten und WLAN

Physische SIM-Karten

Telkomsel hat die beste Netzabdeckung auf Bali, einschliesslich Nusa Penida und den Gili-Inseln, wo andere Anbieter ausfallen. Eine SIM-Karte kann man am Flughafen bei der Ankunft kaufen (sofortige Daten, aber etwa doppelter Preis) oder in jedem kleinen Handyladen in der Stadt (halber Preis, aber der Verkaeufer braucht deinen Reisepass zur Registrierung). Warte auf die Bestaetigungs-SMS, bevor du den Laden verlaesst, um sicherzustellen, dass die SIM korrekt aktiviert ist.

Beachte, dass Roaming mit deinem deutschen Mobilfunkvertrag (Telekom, Vodafone, O2) in Indonesien teuer ist und die meisten Tarife Suedostasien nicht einschliessen. Eine lokale SIM oder eSIM ist deutlich guenstiger.

eSIM

Wenn dein Telefon eSIM-faehig und entsperrt ist, sind Airalo und Nomad die beiden am haeufigsten empfohlenen Anbieter. Richte sie vor dem Abflug ein und du hast Daten ab der Landung. eSIMs kosten etwas mehr als lokale physische SIM-Karten, aber die Bequemlichkeit, den Registrierungsprozess zu umgehen und ab der ersten Minute Konnektivitaet zu haben, ist fuer die meisten Reisenden den Aufpreis wert.

WLAN

Die WLAN-Qualitaet variiert enorm. Cafes und Coworking Spaces in Canggu und Ubud haben in der Regel zuverlaessige und schnelle Verbindungen (Canggu und Ubud sind beliebte Ziele fuer digitale Nomaden). Guenstige Unterkuenfte und Gasthaeeuser in laendlichen Gebieten koennen langsames oder unbestaendiges WLAN haben. Wenn du remote arbeitest, verlass dich nicht auf das WLAN deiner Unterkunft als einzige Option; eine lokale SIM-Karte oder eSIM mit einem guten Datentarif ist dein Plan B.

Was in den Koffer gehoert

Tempelbesuche

Jeder Tempel auf Bali verlangt, dass Besucher ihre Knie und Schultern bedecken. Du brauchst einen Sarong (oder zumindest ein langes Tuch, das als Sarong dient). Viele Tempel verleihen Sarongs am Eingang, aber die sind oft noch feucht vom vorherigen Besucher. Einen eigenen mitzubringen ist hygienischer und erspart dir eine weitere Warteschlange. Ein langer, leichter Sarong laesst sich auf fast nichts zusammenfalten in deinem Rucksack.

Regenzeit-Ausruestung

Wenn du zwischen November und Maerz (der Regenzeit) reist, packe einen kompakten Regenponcho oder eine wasserdichte Jacke ein. Der Regen auf Bali kommt als heftige Nachmittagsschauer, die 1 bis 2 Stunden dauern und sich dann aufloesen. Ein Poncho kostet fast nichts, wiegt nichts und bewahrt dich vor einer Dusche auf dem Roller oder beim Laufen zwischen den Tempeln. Wasserdichte Handyhuellen oder Ziplock-Beutel fuer die Elektronik sind den geringen Platz ebenfalls wert.

Weitere Must-haves

Rifffreundliche Sonnencreme (LSF 50), wiederverwendbare Trinkflasche (Nachfuellstationen sind in Touristengebieten verbreitet), Mueckenschutzmittel mit DEET und ein kleines Erste-Hilfe-Set mit Desinfektionsmittel fuer kleine Schuerfrunden. Flip-Flops fuer den Alltag, aber auch ein Paar geschlossene Schuhe oder Wassersandalen mit gutem Grip fuer Tempeltreppen und rutschige Wege in den Reisfeldern. Eine Stirnlampe oder Taschenlampe fuer fruehmorgens Tempelbesuche und Stromausfaelle in laendlichen Gebieten.

Beste Reisezeit: Monat fuer Monat

Bali hat zwei Jahreszeiten: Trockenzeit (April bis Oktober) und Regenzeit (November bis Maerz). Der Unterschied zaehlt, aber keine der beiden Jahreszeiten ist ein Ausschlusskriterium.

Trockenzeit (April bis Oktober)

April und Mai sind der ideale Zeitpunkt. Die Regenfaelle haben aufgehoert, die Touristenzahlen sind noch moderat und die Preise haben noch nicht das Hochsaison-Niveau erreicht. Von Juni bis August ist Hochsaison: Das Wetter ist am besten (sonnig, niedrige Luftfeuchtigkeit, kuehle Abende in Ubud), aber die Menschenmassen und Preise schiessen in die Hoehe. Die Hotelpreise in Seminyak und Uluwatu steigen um 30 bis 50 % ueber das Zwischensaison-Niveau.

September und Oktober aehneln April und Mai: hervorragendes Wetter, abnehmende Menschenmassen, niedrigere Preise.

Regenzeit (November bis Maerz)

November beginnt sanft mit gelegentlichen Schauern. Dezember bringt staerkere Regenfaelle, aber auch den Weihnachts- und Silvester-Ansturm, was Hochsaison-Preise trotz des Wetters bedeutet. Januar und Februar sind die regenreichsten Monate: Rechne mit taeglichen Nachmittagsschauern, hoeherer Luftfeuchtigkeit und einigen Einschraenkungen bei Outdoor-Aktivitaeten.

Allerdings sind die Vormittage oft klar und der Regen dauert selten den ganzen Tag. Maerz beginnt trockener zu werden. Der grosse Vorteil einer Reise in der Regenzeit ist der Preis: Die Unterkunftspreise fallen ueberall um 30 bis 50 %, und du teilst die Tempel und Reisterrassen mit deutlich weniger Menschen.

Das Nyepi-Festival (balinesisches Neujahr, meist im Maerz) legt die gesamte Insel fuer 24 Stunden lahm: keine Fluege, kein Verkehr, kein Strom, Verbot, das Hotel zu verlassen. Das ist ein einzigartiges Erlebnis, wenn du dich darauf vorbereitest, aber wenn es mitten in deine Reise faellt, stelle sicher, dass du Essen und Unterhaltung in deiner Unterkunft hast, denn nichts anderes wird geoeffnet sein.

Trockenzeit und Regenzeit auf Bali
April-Mai und September-Oktober bieten den besten Kompromiss zwischen Wetter und Besucherzahlen

Guenstig essen

Gut und guenstig essen ist eines der echten Vergnuegen auf Bali. Ein Nasi Goreng oder Mie Goreng in einem Warung kostet 1-1,50 EUR und ist oft besser als die 7-EUR-Version in einem Cafe fuer Westler. Der Schluessel ist, Warungs mit hohem Durchsatz zu finden, was frische Zutaten und Essen bedeutet, das nicht lange herumstand.

Halte Ausschau nach Orten, die zur Mittagszeit mit Einheimischen voll sind. Wenn die Speisekarte nur auf Bahasa Indonesia ist und die Plastikstuehle nicht zusammenpassen, hast du den richtigen Ort gefunden.

Mehr darueber, wo und wie man auf Bali guenstig isst, findest du in unserem Guide zum besten Essen auf Bali mit kleinem Budget.

Wo die Koffer abstellen

Die Wahl deines Standorts beeinflusst deine gesamte Reise. Canggu ist der Hub fuer digitale Nomaden und Surfer mit den hoechsten Preisen. Ubud liegt im Landesinneren, umgeben von Reisterrassen, und eignet sich besser fuer Kultur und Tempel. Seminyak ist eine Stufe eleganter und teurer als Canggu, mit besseren Restaurants.

Sanur ist ruhig, fussgaengerfreundlich und beliebt bei Familien und aelteren Reisenden. Uluwatu hat die Klippenaussichten und Beach Clubs, erfordert aber einen Roller oder Fahrer, um irgendwo hinzukommen.

Jedes Viertel verdient seine eigene Analyse, und wir haben eine geschrieben: Sieh dir unseren Guide zur Wahl des richtigen Viertels auf Bali fuer einen Vergleich Viertel fuer Viertel an.

Was du vor der Abreise herunterladen solltest

Sechs Apps decken die meisten deiner Beduerfnisse ab. Grab und Gojek fuer Transport und Essenslieferung. MyBluebird fuer traditionelle Taxis in Zonen, wo Fahrdienst-Apps eingeschraenkt sind.

Google Maps fuer die Navigation (lade die Offline-Karte von Bali vor deinem Flug herunter). WhatsApp fuer die Kommunikation mit Fahrern, Hotels und Reiseveranstaltern. Und die App deiner Reiseversicherung, damit du deine Policennummer und Notfallkontakte zur Hand hast, ohne in deinen E-Mails suchen zu muessen.

Wenn du mit Phuket vergleichst, decken unsere praktischen Tipps fuer die Planung einer Phuket-Reise aehnliches Terrain fuer die groesste Insel Thailands ab. Viele der gleichen Prinzipien gelten (Rollersicherheit, Fahrdienst-Apps, Wachsamkeit gegenueber Abzocken), auch wenn die Details sich unterscheiden.

Schnellboote zu den Inseln

Nusa Penida, Nusa Lembongan und die Gili-Inseln sind gaengige Ergaenzungen als Tagesausfluege oder Mehrtagesausfluege zu einer Bali-Reise. Die Boote fahren entweder von Padang Bai (kuerzere Ueberfahrt, etwa 1,5 Stunden) oder von Sanur (laengere Ueberfahrt, 3+ Stunden, aber naeher an den Hotels im Sueden Balis).

Betreiber wie Blue Water Express und Eka Jaya berechnen 600.000-700.000 IDR (35-42 EUR) pro Ueberfahrt. Staende nahe den Haefen verkaufen Tickets fuer etwa 250.000 IDR (15 EUR) auf namenlosen Booten. Die guenstigeren Boote sind kleiner, aelter und schlechter gewartet. Bei rauer See ist der Unterschied zwischen einem serioesen Betreiber und einem billigen Boot eine echte Sicherheitsfrage.

Nimm 30 Minuten vor dem Einsteigen Tabletten gegen Seekrankheit, egal wie seefest du normalerweise bist. Die Ueberfahrt kann rau sein, besonders zwischen Oktober und April.

Wenn du Bali und Thailand kombinierst, sieh dir unsere Tipps zur Vorbereitung einer Bangkok-Reise an.

Wenn du weiter nach Vietnam reist, sieh dir unseren Guide zur Vorbereitung einer Hanoi-Reise an.

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