Du suchst einen Tartenteig, der wirklich stabil bleibt – ganz ohne Gluten und Butter? Dieser Mürbeteig ergibt einen mürben, feinblättrigen Boden, der sowohl bei süßen Tartes als auch bei Quiches überzeugt. Der erste Bissen bricht sauber, ohne sandiges Mundgefühl und ohne durchweichten Boden.
Die Zubereitung ist unkompliziert, solange du den Teig von Anfang bis Ende gut kalt hältst. Dieses Rezept findest du auch bei meinen glutenfreien Grundrezepten.

Was ist gluten- und laktosefreier Mürbeteig?
Es handelt sich um einen Mürbeteig für Tartes und Tartelettes, der hier ohne Gluten und ohne Milchprodukte zubereitet wird. Das Prinzip ist einfach: Nimmst du Gluten und Butter aus einem klassischen Mürbeteig heraus, musst du sowohl das Mehl als auch die Methode anpassen. Mit einem geeigneten Ersatzmehl und etwas Präzision bekommst du Textur und Geschmack, die einem traditionellen Mürbeteig sehr nahekommen.
Er eignet sich sowohl für süße Tartes als auch für herzhafte Zubereitungen und ist besonders eine gute Basis für eine gluten- und laktosefreie Quiche.
Die wichtigsten Zutaten
Das Mehl sorgt für Struktur. Hier kommt die glutenfreie Brotbackmischung von Schär zum Einsatz, aber auch jedes andere glutenfreie Brotmehl aus dem Handel funktioniert. Wiege die Zutaten am besten in Gramm und Millilitern ab, damit du von Anfang bis Ende präzise arbeitest.
Gesalzene Pflanzenbutter sorgt sowohl für Geschmack als auch für die mürbe, leicht blättrige Textur des Teigs. Sie muss kalt sein und sollte erst direkt vor dem Einarbeiten in Würfel geschnitten werden. Die gesalzene Pflanzenbutter von Violife funktioniert dafür sehr gut.
Das Wasser muss eiskalt sein. So bleibt der Teig beim Mischen kühl und die Pflanzenbutter beginnt nicht zu früh zu schmelzen. Genau das sorgt nach dem Backen für eine noch mürbere Textur.
Das Salz rundet den Geschmack des Teigs ab. Der Zucker bleibt dezent, sorgt aber für Balance. Das Ei hilft außerdem dabei, dass der Teig sich leichter verbindet.

Technische Tipps und typische Fehlerquellen
Arbeite auf einer glatten Arbeitsfläche oder auf einer Silikon-Backmatte. Verteile das Mehl, forme in der Mitte eine Mulde und gib dann die kalte Pflanzenbutter in Würfeln, das Salz, den Zucker und das Ei hinein. Vermenge alles mit den Fingerspitzen oder mit einem Teigschneider, bis eine grobe, krümelige Masse mit unregelmäßigen Stückchen entsteht.
Gib anschließend das kalte Wasser dazu und mische nur so lange, bis der Teig zusammenhält. Höre sofort auf, sobald er sich verbunden hat, und knete ihn nicht weiter. Forme ihn zu einer Scheibe, wickle ihn in Frischhaltefolie und lass ihn mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ruhen.
Den Teig ausrollen, ohne dass er bricht
Der Teig muss vor dem Ausrollen gut gekühlt sein, sonst klebt er schneller. Rolle ihn zwischen zwei Bögen Backpapier auf die gewünschte Dicke aus. So reißt er weniger und du musst ihn nicht unnötig oft anfassen.
Arbeite von der Mitte nach außen, damit die Form gleichmäßig bleibt. Wenn du welche hast, helfen Ausrollstäbe mit Abstandshaltern dabei, eine gleichmäßige Teigplatte zu bekommen. Denk außerdem daran, den Teig nach ein paar Rollbewegungen um 90 Grad zu drehen, damit er rund bleibt und nicht am Papier haftet.
Wenn beim Ausrollen ein Riss entsteht, drücke den Teig einfach mit den Fingern wieder zusammen. Zum Umsetzen rolle ihn locker über das Nudelholz, bevor du ihn in die Tarteform oder in die Tartelettförmchen legst. Wenn er in der Form liegt, stich den Boden mehrmals mit einer Gabel ein und schneide die Ränder sauber nach.
Vor dem Backen kühlen
Nach dem Auskleiden der Form braucht der Teig noch einmal Kälte, damit er seine Form behält. Zwei Richtwerte helfen dir dabei: entweder 20 Minuten im Kühlschrank oder kurz im Gefrierfach direkt vor dem Backen, damit er fester wird, oder mindestens 30 Minuten in der Form ruhen lassen, damit er stabiler bleibt. In beiden Fällen gilt: Backe den Teig gut gekühlt.
Blindbacken und fertig backen
Für eine große Tarte blindbäckst du den Boden bei Bedarf in einem auf 190 °C vorgeheizten Ofen 15 bis 20 Minuten; als allgemeiner Richtwert gelten 20 Minuten bei 190 °C. Decke den Teig mit Backpapier ab und beschwere ihn mit Blindbackkugeln oder getrockneten Bohnen, damit er nicht aufgeht.
Nimm nach diesem ersten Backen die Gewichte heraus und schiebe den Teig für weitere 10 Minuten zurück in den Ofen. Für kleine Tartelettböden reichen 15 bis 18 Minuten. Lass den Boden anschließend bei Raumtemperatur abkühlen, idealerweise auf einem Gitter, bevor du ihn füllst, damit er nicht weich wird.
Wenn der blindgebackene Teig reißt
Einen Riss nach dem Blindbacken kannst du leicht ausbessern. Am einfachsten nimmst du etwas rohen Restteig, rollst ihn dünn aus und schneidest ein passendes Stück für die beschädigte Stelle zu. Wenn kein Teig mehr übrig ist, rühre dir aus etwas Mehl und Wasser einen kleinen Reparaturteig an.
Befeuchte die Ränder des Risses leicht mit etwas Wasser, damit der Flicken besser haftet. Lege den Teigflicken auf und drücke ihn sanft an, damit er gut verbindet. Wenn du den Mehl-Wasser-Teig verwendest, verstreiche ihn mit einem Spatel, bis die Öffnung vollständig geschlossen ist.
Wenn die ausgebesserte Stelle größer ist und noch etwas Festigkeit braucht, schiebe den Tarteboden für ein paar Minuten zurück in den Ofen. Lass ihn anschließend abkühlen, bevor du ihn füllst, damit die Reparatur gut hält und beim Befüllen nicht nachgibt.

Hier findest du noch viele weitere glutenfreie Rezepte.
Rezept entwickelt von Chef Rommel Reyes. Entdecke seine Arbeit auf Instagram, in seinem Newsletter Substack und auf seinem YouTube-Kanal.

Zutaten
- 15 g kaltes Wasser
- 270 g Schar Bread Mix oder Caputo GF-Mehl
- 150 g gesalzene vegane Butter Violife Salted kalt, in Würfeln
- 3 g Salz
- 5 g Zucker
- 60 g Ei
Anleitungen
Zubereitung
- Verteile das glutenfreie Mehl auf einer ebenen Arbeitsfläche oder einer Silikon-Backmatte und forme in der Mitte eine Mulde.
- Gib die kalten Butterwürfel, das Salz, den Zucker und das Ei dazu.

- Verarbeite die Zutaten mit den Fingern oder einem Teigschneider, bis eine grobe, krümelige Mischung entsteht.

- Arbeite das kalte Wasser ein, bis ein homogener Teig entsteht.

- Forme den Teig zu einer Scheibe, decke ihn mit Frischhaltefolie ab und lasse ihn mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ruhen.

- Rolle den Teig nach dem Kühlen in der gewünschten Dicke zwischen zwei Bögen Backpapier aus.

- Verwende Teig-Dickenleisten, damit der Teig gleichmäßig dick wird.
- Lege den Teig mithilfe eines Nudelholzes in eine Tarteform oder in kleine Tartelettförmchen.

- Stich den Boden mehrmals mit einer Gabel ein und schneide anschließend die Ränder ab.
- Stelle den Teig vor dem Backen 20 Minuten in den Gefrierschrank oder Kühlschrank, damit er fester wird.
- Backe bei Bedarf einen großen Tarteboden in einem vorgeheizten Ofen bei 190 °C 15–20 Minuten blind.

- Entferne anschließend die Backgewichte und backe den Boden weitere 10 Minuten.
- Backe die kleinen Tartelettböden 15 bis 18 Minuten.
- Lasse die Böden vor der Verwendung bei Raumtemperatur abkühlen.